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Ausflug / Salzburg

Kulinarischer Spaziergang durch die Steingasse

Salzburg steht ja im März ganz im Zeichen des Kulinarik-Events eat&meet und auch heuer besuche ich wieder einige Veranstaltungen. Vor wenigen Tagen spazierte ich durch das Nonntal und nur einen Tag später ging es durch meine erklärte Salzburger Lieblingsgasse, die Steingasse am Fuß des Kapuzinerberges. Ich mag die Gasse besonders gerne, weil sie zwar mitten in der Stadt liegt, aber weit weg vom touristischen Rummel. Einst war sie Zufahrtsstraße aus dem Süden in die Stadt.

KONDITOREI RATZKA

Heute findet man dort einige gastronomische Fixpunkte. Manche bestehen schon seit Jahrzehnten, andere sind neueren Datums. Ich habe viele persönliche Bezüge zu diversen Lokalen, weil ich einige Jahre in diesem Viertel gewohnt habe. Noch dazu gegenüber der bekannten Konditorei Ratzka, in die ich von meinem Küchenfenster aus schauen konnte. So wusste ich immer ziemlich genau, wer dort ein und aus ging. Und das war halb Salzburg. Viel hat sich nicht geändert im letzten Jahrzehnt, außer, dass die Töchter Heidi und Birgit an die Stelle von Herrn Ratzka getreten sind. Die Qualität der Torten ist unverändert, genau so wie das Inventar. Der Ratzka hat gerade seinen 60er gefeiert und manches dürfte seit der Gründung unverändert sein. Unsere Wandergruppe bestand aus 15 Leuten und wir durften Rudolfstorte in Miniaturform genießen. Diese süße Sünde ist dem bekannten, schon lange verstorbenen Gastronomiekenner Rudolf Bayr gewidmet, der als einer der ersten Essen und Restaurants ins österreichische Fernsehen brachte. Unvergesslich seine Serie Häferlgucker.

DELITALESSEN; MANFRED STOLL

Der eigentliche Start unserer Tour war bei Manfred Stolls Delitalessen, der nun seit drei Jahrzehnten das Viertel, in dem es viele Büros und Kanzleien gibt, mit wunderbaren italienischen Kleinigkeiten und Mittagsmenüs verwöhnt. Auch ich habe damals ganz gerne auf sein Angebot zurückgegriffen. Vor allem ist er auch der einzige Nahversorger in dieser Gegend. Kleine Happen und eine herrliche Suppe haben uns den Start erleichtert.

DIE ANDI HOFER; FIXPUNK STUDENTISCHEN LEBENS

Nach dem Stopp beim Ratkza wanderten wir zu unserem nächsten Fixpunkt, zur Andi Hofer, die eigentlich Andreas Hofer Weinstube heißt und unzähligen Generationen von Studenten das Studium erleichtert hat. So auch mir. Auch meine Eltern hatten dort über Jahre zeitweise abends ihre Zelte aufgeschlagen. Immer am selben Tisch, den man am Bild auch sehen kann. Meine kleine Schwester, die nun auch bald das halbe Jahrhundert hinter sich hat, ich weiß liebe Schwester, das liest du nicht sehr gerne, musste dort oft genug auf der Eckbank schlafen. Meine beiden älteren Kinder erblickten genau gegenüber im damaligen Diakonissenkrankenhaus das Licht der Welt. Mein Zimmerfenster war direkt auf den Eingang gerichtet und ich erinnere mich, dass am Abend unzählige Bekannte zu mir hinauf winkten. Einmal wurde mir sogar frischer Spargel ins Wöchnerinnenzimmer geliefert. Die Andi hat eigentlich nur am Abend geöffnet, aber der Wirt hat an diesem Samstag eine freundliche Ausnahme gemacht und uns Wanderern auch einiges über die Geschichte des Hauses erzählt. Übrigens steht der alte Wurlitzer immer noch an seinem Platz.

PARACELSUS BUCHHANDLUNG

Dann ging es weiter zur Paracelsus-Buchhandlung, die eine ganz besondere Auswahl an Büchern anbietet. Auch ein kleiner Verlag ist integriert und man bekommt auch auf Bestellung was das Leser-Herz begehrt. Der Schwerpunkt liegt auf Medizin, Psychologie, Esoterik und Astrologie.

CAKE COUTURE

Ein paar Schritte weiter durften wir kurz bei der wohl feschesten Konditorin der Stadt, einen Blick in ihre Werkstatt machen. Bei Andrea Streitwieser, die eigentlich Juristin ist und im Eiltempo auch eine Konditorenausbildung abgelegt hat, findet man die schönsten Hochzeitstorten von ganz Salzburg. Sie gibt auch Kurse, was an diesen Nachmittag der Fall war. Da wartete schon ganz nervös eine kleine Gruppe junger Damen auf Einlass, um in die Kunst des Dekorierens eingeführt zu werden.

KÖCHELVERZEICHNIS

Der nächste Halt war dann im Köchelverzeichnis. Im kleinen, feinen Lokal von Andrea Hick wurde ein Risotto kredenzt. Im Köchelverzeichnis werden aus einer kleinen Küche unglaubliche Kreationen gezaubert, deshalb ist es unbedingt notwendig zu reservieren.

MAISON DE PLAISIR UND DARWINS

Danach wanderten wir vorbei am Haus der Freude, Maison de Plaisir, dem angeblich ältesten, noch bestehenden Puffs Österreichs, weiter durch das Steintor zu unserem Endpunkt dem Darwin, das eigentlich schon am Platzl liegt. Hier haben wir uns noch zu einem kleinen Abschiedstrunk niedergelassen.


Auch diese Tour wird von den Kulinarischen Abenteuern angeboten. Begleitet hat uns Astrid Zehentmayer, die mit ihren Kolleginnen Inez Reichl und Miachaela Muhr auch unter dem Jahr Touren anbietet.

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