Schon seit 2018 stand die gelbe Kommandantenvilla in der Salzburger Riedenburg leer. Das Haus stammt aus dem Jahr 1841, diente ursprünglich als privates Wohnhaus für den Kaufmann August Weizner, wechselte danach zweimal den Besitzer, um dann als Offizierswohnhaus zu fungieren. Später haben dutzende Generationen an Kindergartenkindern, den dort ansässigen Kindergarten besucht.

Das Festspielarchiv ist in die ehemalige Kommandantenvilla gezogen

Viel wurde spekuliert, 2022 wurde es dann öffentlich, dass in der schönen Biedermeier Villa das Festspielarchiv eine neue Heimat finden wird. In wenigen Monaten erfolgten die notwendigen und teils aufwändigen Umbauarbeiten. Mann kann sich gar nicht vorstellen, was alles baulich bedacht werden muss, damit wertvolle Schriften gelagert werden können. Jedenfalls waren die letzten Wochen geprägt von intensiven Umzugstätigkeiten. Alleine unvorstellbare 860 Meter Rollregale mussten vom Schüttkasten neben dem Neutor in die neue Heimstätte transferiert werden.

Großartige Sammlung

Das Archiv beinhaltet nicht nur Bücher, Skizzen, Dokumente, Pläne oder Presseberichte, sondern auch diverse Nachlässe. Auch die Glasplatten mit Fotografien der Sammlung Ellinger befinden sich in unzähligen Kartons im temperierten Archivraum, der übrigens als einer der wenigen Räume nicht öffentlich zugängig ist. Jedoch ist es möglich, zu Recherchezwecken unter fachkundiger Begleitung Zutritt zu erhalten. Ich bin fast geneigt, mich einer intensiven Forschung zu Festspielgründer Max Reinhardt zu widmen, um dort nochmals einen oder mehrere Einblicke zu erhalten.

„Anlässlich des Jubiläums wurde uns deutlich vor Augen geführt, dass wir die Geschichte der Salzburger Festspiele immer wieder neu befragen, neu erzählen müssen – dafür stehen unsere Bemühungen um eine Neubelebung und Neubewertung des Festspielarchivs. Dabei soll der Blick zurück für die über 100-jährige Institution Salzburger Festspiele vitalisierend wirken“

Intendant Markus Hinterhäuser

Offen für das Publikum

Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss sind jeweils Dienstag und Donnerstag von 10 Uhr bis 16 Uhr für das interessierte Publikum frei zugänglich. Es gibt auch außerhalb dieser Zeiten die Möglichkeit, Termine zu vereinbaren. Im Wintergarten wurde der Tisch aus einer Jedermann-Produktion aus den 1990er Jahren aufgestellt. Er dient als Lese- und Studierbereich.

Margarethe Lasinger leitet das Archiv

Im Obergeschoss befinden sich weitere Archivräume und die Büros der MitarbeiterInnen. Dort hat man eventuell die Gelegenheit auch auf die großartige Leiterin des Archivs, Margarethe Lasinger zu treffen. Sie hat auch bei der Eröffnung des Archivs viele interessante Eindrücke zu diesem Erinnerungs- und Gedenkort der Salzburger Festspiele gegeben. Etwa, dass man dabei ist alle Unterlagen zu digitalisieren, sodass man weltweit darauf Zugriff haben wird können.

Ein wichtiger Aspekt der Übersiedlung des Archivs ist auch der geplante Umbau und die Sanierung der Festspielhäuser, die in den kommenden Jahren über die Bühne gehen sollen.

Nachdem das neue Archiv fast direkt vor meiner Haustüre liegt, werde ich dort sicherlich öfter einen Besuch abstatten.


Archiv der Salzburger Festspiele

Neutorstraße 25

5020 Salzburg

archiv@salzburgerfestspiele.at


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