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Lifestyle / Persönliches

Geschichten aus dem Leben; Selbstbedienungskassen sind reine Arbeitsplatzbeschaffung

Wo immer es Selbstbedienungskassen gibt und an den normalen Kassen sich bereits Schlangen gebildet haben, zieht es mich automatisch zur Selbstbedienungskasse.
Ich bin ja trotz meines fortgeschrittenen Alters nicht nur sehr internetaffin, nein, ich kenne mich auch mit technischen Gadgets sehr gut aus. Ich erkläre dem Mann die technischen Raffinessen seines neuen Smartphones, beantworte Fragen meiner Kinder zu Social Media Kanälen, weiß wie man einen PC neu aufsetzt, kann einen einfachen Blog zusammenbauen, bearbeite mit Lightroom Fotos, programmiere unseren Fernseher, hantiere mit Schlagbohrmaschinen und weiß wo ich beim Auto den Scheibenfrostschutz einfüllen muss. Unlängst habe ich sogar die Backrohrtüre komplett zerlegt und wieder zusammengebaut. Erfolgreich übrigens.
Also sollte man meinen, so eine Selbstbedienungskasse wäre ja ein Klax.

SELBSTBEDIENUNGSKASSE; MEHR FEIND ALS FREUND

Und trotzdem schaffe ich es immer wieder, um nicht zu sagen, fast ständig, eine Mitarbeiterin zu Hilfe zu rufen. Nein, eigentlich machen das diese Höllenmanschinen ganz von sich aus.
Auch heute wieder. Ich ziehe meine 17 Joghurtbecher, die mit dem Suchtpotential, über den Scanner, und das Ding fragt mich, ob ich meine eigene Einkaufstasche benütze. Ja, tue ich, denn ich benütze seit Jahren Mehrwegeinkaufstaschen. Keine zehn Sekunden später, erneuert sich die Frage nach der eigenen Einkaufstasche. Beim vierten Mal entscheidet das Ding eigenständig nach professioneller Hilfe zu rufen. Ich warte geduldig, denn Hilfe kommt in Form einer der Kassierin, die erst die Schlange fertig kassieren möchte, die ich eigentlich umgehen wollte. Sie erklärt mir dann kurz, dass ich die Frage nach der Einkaufstasche halt gleich zu Beginn des Scanvorganges beantworten hätte sollen. Aja. Und überhaupt, warum ich mich mit so einem großen Einkauf nicht zu einer normalen Kasse stellen würde. Naja, weil ich eben ungern in einer langen Schlangen warte und die Self-Service Kassen meist ungenützt sind.

ARBEITSPLATZBESCHAFFUNG

Die Dame entfernt sich und schon baut sich das nächste Hindernis auf. Ich habe in meinem Wagen einen Artikel der mit minus 50% ausgewiesen ist, weil die Haltbarkeit bald abläuft. Den Sticker am Räucherlachs erkennt der Scan natürlich nicht, dazu benötigt man wiederum einen Marktmitarbeiter, der ja bekannterweise erst seine Kasse abfertigen muss. Also wieder warten. Kassierin erscheint, murmelt vor sich hin, tippt herum und entfernt sich wieder. Ich bin guten Mutes und scanne meine letzten Artikel, bis die nächste Herausforderung auf mich wartet. Und zwar in Form von drei Buttercroissants aus der Selbstbedienung. Sozusagen ohne Strichcode, zum selber eintippen. Heldenhaft schreite ich zur Tat, tippe auf die Taste *Artikel ohne Strichcode* und suche verzweifelt nach den Buttercroissants. Die werte Leserschaft weiß vermutlich schon Bescheid, ich rufe zum dritten Mal innerhalb eines einzigen Einkaufes nach Hilfe. Und richtig, ich warte wieder auf eine der Kassierinnen. Es stellt sich heraus, dass das Produkt heute in Aktion ist und noch nicht im System erfasst wurde. Dass ich dann natürlich vergaß einen 15% Gutschein vor Abschluss des Zahlvorganges einzuscannen, das versteht sich von alleine. Während meiner selbstständigen Kassatätigkeit sind vermutlich 40 andere oder noch viel mehr Kunden an den normalen Kassen abgefertigt worden.
Ich halte es für ein Gerücht, dass Selbstbedienungskassen Arbeitsplätze vernichten, denn alleine ich habe heute drei verschiedenen Kassierinnen bei nur einem Einkauf beschäftigt. Ich schaffe das übrigens auch, wenn ich nur zwei Artikel einkaufe, irgend etwas ist immer.
Wo beendet ihr euren Einkauf? Klassisch bei einer Kasse mit Bedienung oder Self Service?

Photocredit: Pixabay

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