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Persönliches

Blogger arbeiten eh alle schwarz und zahlen keine Steuern

Eigentlich bereite ich gerade meinen nächsten Thailand Beitrag vor und durchforste immer noch unzählige Fotos, und wollte diesen heute veröffenlichen.
Und eigentlich ist es nicht mein großes Anliegen meine Leser mit Interna aus der Blogosphäre zu belästigen. Es gibt zu diversen Bloggerthemen, die eigentlich nur Blogger interessieren, unüberschaubar viele Blogposts. Über Influencer und Kennzeichnungspflicht, über störrische Leser und gemeine Kollegen, über Neid und Missgunst oder über untragbare Kooperationen. Ja, das gibt es alles, das kann man nicht leugnen, man muss es aber nicht seinen Lesern unter die Nase reiben.

ALS BLOGGER GELD VERDIENEN

Es ist, so denke ich, inzwischen hinlänglich bekannt, dass man als Blogger nicht nur Einladungen erhält, sondern auch Geld verdienen kann, und zwar soviel, dass man davon auch leben kann. Ich lebe nicht davon, kann mir aber ein Taschengeld zu meiner Berufsunfähigkeitspension lukrieren. Hätte ich nicht all diese gesundheitlichen Einschränkungen, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, meine Blogaktivitäten als Fulltime-Job zu forcieren.
Das lässt meine körperliche Verfassung jedoch nicht mehr zu, auch wenn die werte Leserschaft, das so nicht wirklich erkennen wird. Meine beiden Blogs sind für mich viel mehr meine Tagesstruktur und meine sozialen Anknüpfungspunkte. Ja, es ist tatsächlich so, dass Bloggen meinen Alltag bestimmt und ich ihn auch danach richte. Mit dem großen Vorteil, dass ich jederzeit Auszeit nehmen kann, was ich leider oft genug benötige. In einem normalen Berufsalltag wäre dies nicht möglich, darum bin ich auch überaus froh, dass wir in unseren Breitengraden die Möglichkeit haben, auf Grund gesundheitlicher Probleme frühzeitig in Pension zu gehen. Auch wenn der Weg dorthin mit zahlreichen Hürden gepflastert ist.

WERBEAGENTUR ALS KLEINUNTERNEHMEN

Oft werde ich gefragt, wie man denn als Blogger Geld verdient. Es gibt dazu unzählige Modelle, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Eines davon ist jedoch, dass man für die Erwähnung eines Produktes, egal ob ein Hotel oder ein Reiseziel, ein Lebensmittel oder einer Bekleidungsmarke, ein Honorar erhält. Das ist für mich eine mögliche Art der Monetarisiereung.
Daraus hat sich  ergeben, dass ich neben meiner Pension seit längerem ein Kleinunternehmen in Form einer Werbeagentur betreibe. Dieses Unternehmen ist selbstverständlich Kammermitglied. Und ich bin natürlich auch bei der SVA gemeldet und muss eine Steuererklärung abgeben. Viele meiner KollegInnen handhaben das so. Und ich bin mir sicher, es wird auch hier, wie überall schwarze Schafe geben. Das soll aber nicht mein Problem sein.

Was ich aber gestern auf einer PR-Veranstaltung, auf der auch viele Bloggerinnen vertreten waren, hörte, das hat bislang vernommene eigenartige Meinungen über Blogger in den Schatten gestellt. Ich sass an einer langen Tafel, neben mir eine Gruppe junger Menschen, die irgendwann erwähnten, dass da ja so viel von diesen *sogenannten Bloggern* da wären. Ich setze nun nicht voraus, dass jeder durchschnittliche Mitteleuropäer weiß, was Blogger sind und was sie machen, aber generell die Behauptung aufzustellen, dass *diese Blogger eh alles schwarz kassieren* und keiner von denen Steuern zahlt, das ist wohl ziemlich dreist. Natürlich kamen auch der Sätze wie *Bloggen ist keine Arbeit*, *Die machen nur Selfies* und *Wer bloggt, hat nix gescheits glernt*.

ES LEBE DAS VORURTEIL!

Man kennt das ja, je mehr man sich darauf konzentriert, einem Gespräch, in das man nicht involviert ist, nicht zu folgen, desto intensiver hört man zu. Ja, ich war nahe daran, mich einzumischen, weil ich wenig Verständnis für unqualifizierte, dumme Äußerungen habe.
Um mir den wunderbaren Abend nicht zu versauen, habe ich es vorgezogen, den Tisch zu verlassen, um mich lieber ein paar Meter entfernt, Gesprächen mit guten Inhalten zu widmen.

9 Comments Blogger arbeiten eh alle schwarz und zahlen keine Steuern

  1. Horst

    Servus Claudia!

    Ja, du hast recht, es ist nicht nett, so etwas zu hören.

    Andererseits laufen in unserer Welt so viele Leute herum, die wenig wissen, aber so tun, als ob sie alles im Griff und im Überblick hätten, dass man sich über so eine Ansage nicht zu sehr ärgern sollte.

    Verallgemeinerungen sind heutzutage leider in und oft kann man wirklich nur noch den Kopf schütteln (z.B. alle Flüchtlinge sind Sozialschmarotzer etc.).

    Ich finde es gut und wichtig, dass man diese Dinge anspricht und dagegen hält (oder einen Blog-Beitrag drüber schreibt), aber ich hoffe, du lässt solche Aussagen am Ende nicht zu sehr an dich heran oder nimmst sie zu persönlich.

    Im Grunde war es nicht anderes, als eine Ansage eines Nichtwissenden, der sich über andere stellen wollte, indem er sie schlecht macht.

    Have fun
    Horst

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Horst, das kann ich vollinhaltlich unterschreiben. Über ärgerliche Vorfälle zu schreiben, verschafft Luft. Die Verursacher werden es nicht lesen, aber mir ist nun leichter 😉
      Liebe Grüße
      Claudia

  2. Monika und Petar Fuchs

    Hallo Claudia,

    normalerweise äußere ich mich zu derart dummen Aussagen Anderer nicht und schreibe darauf nicht auf unserem Blog. Aber manchmal juckt’s mich schon sehr in den Fingern. Erschreckend ist, dass Du das auf einer PR-Veranstaltung gehört hast.

    Vor allem, wenn ich daran denke, wie viel Arbeit und Zeit wir – und garantiert auch Du – in die Recherche unserer Artikel, die Produktion unserer Videos und unsere Unternehmen stecken. Das sind oft selbstherrliche Spinner, die sich anmaßen, über etwas zu urteilen, von dem sie keine Ahnung haben.

    Mich wurmt so etwas immer, auch wenn ich mich an einen anderen Tisch setze oder einfach aufstehe und gehe. Fehlende Wertschätzung schmerzt. Aber lass Dich nicht unterkriegen. Mach weiter so! Dein Blog ist großartig!

    Liebe Grüße,
    Monika

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Monika, wie Recht du hast. Würde ich alle blöden Ansagen, die mir so unterkommen in Blogposts verarbeiten, dann könnte ich eine eigene Rubrik veröffentlichen. Aber diese Meldung war so selten dämlich, dass ich es los werden musste. Ganz liebe Grüße und danke für das nette Feedback, Claudia

  3. Doris

    Danke Claudia für deine Gedanken. Eigentlich regt mich das auch immer fürchterlich auf, diese Dummheit der Menschen, diese Dummheit dieser unqualifizierten doofen Meldungen. Ich weiss nicht momentan was es ist, ich bin gerade wiedermal sehr gelassen. Sehr gelassen, wenn jemand wieder anfängt diese Bloggerei runtertudoddeln. Vielleicht weil ich einfach merke wie oft Marketing Leute bei mir nachfragen wie den des mit online Marketing, Bloggen und Social Media funktioniert, sie hätten es gerne gewusst. Sollen es doch alle runterspielen das Wissen was wir haben. im Grunde ist es nur Neid und runterdrücken weil sie im Grunde das auch wohlen. So take it easy!

    Bitte schreib mir dann auch so ein Kommentar wie ich dir jetzt, dieses Take it easy, wenn ich mich auch wiedermal ärgere. Wird bestimmt bald wieder kommen. LG Doris

  4. Lars

    Ich kenne einige Blogger, die 60/80/100/120.000 € verdienen. Allerdings nicht mit bloggen, sondern mit einem klassischen Job. Deren Blogs durchaus erfolgreich sind aber eben nur ein Hobby oder zur Aufklärung dienen. So gesehen, echt süß, das „Blogger“ nichts gelernt haben und nur „Selfis“ knipsen.

    Sind dann selben Menschen, die meinen, das man als Hobby mal eben kostenlos oder für ein Sample schnell mal eben 1000 Wörter schreiben kann, dies überall teilt und noch professionelles SEO betreibt. O-Ton: Ist ja Hobby, du hast als Blogger doch auch was davon …

  5. Diana

    Aber Claudia, die haben doch recht. Wir verdiehnen Millionen mit Anfragen a „setze ein Banner für 1 Euro“ pro 3 Monate, schreib ein Blogartikel für ein 2 Euro Lippenstift. Natürlich alles schwarz, denn wir kennzeichnen es nicht als Werbung. Und Bloggen macht ja auch keine Arbeit. Unsere Beiträge bestehen ja nur aus Selfies (übrigens hast vergessen das Selfiebild in diesem Beitrag hochzuladen) und schreiben 2 Sätze. Wir haben ja auch nichts gescheites gelernt. Wir sind alle dumm, sonst würden wir nicht bloggen! *Sarkasmus Ende.
    Leider denken noch viele so. Und viele gönnen es Bloggern nicht, dass sie auch Einnahmen generieren und nicht nur ausgaben haben. Aber auf der anderen Seite sind sie froh, dass sie kosten los Ideen für neue Rezepte, Urlaubstipps, Informationen über Produkte erhalten. Früher musste man sich ja Zeitschriften dafür kaufen. Ich würde diesen Leuten gerne mal sagen sie sollen selber ein Blog betreiben und mir dann sagen ob es das keine Arbeit ist. Für viele von uns ist es nur ein Hobby und ein Ausgleich zum stressigen Berufsleben. Und trotzdem ist es Arbeit.
    LG, Diana

  6. Eric Mächler

    bei solchen lustigen sätzen, da liebe claudia – trink einen schnaps – oder iss ein ei aus dem glas und lass diese dummschwätzer reden wie sie wollen.

    nur neider lassen solchen – äxgüsi – stuss raus oder es sind journalisten – die hassen eh die blogger weil sie angst vor ihnen haben.

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