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Wie ich zum Festival Colours of Ostrava gelangte

Knapp 55 Jahre musste ich alt werden, um das erste Mal auf ein Open Air Festival zu gehen. Ich habe viele internationale Künstler in großen Hallen gesehen, aber Festivals waren nie so mein Ding. Dass ich bei Colours of Ostrava im Norden von Tschechien gelandet bin, beruht tatsächlich  auf meiner Schusseligkeit, die manchmal unkontrolliert zu Tage tritt.
Im Frühjahr erhielt ich eine Auswahl an möglichen Pressereisen nach Tschechien. Mich persönlich interessieren derartige Reisen wenn sie kulturelle Schwerpunkte haben. Die angekündigte Reise nach Ostrava hatte solche Schwerpunkte. Da war von Schlössern und Industriedenkmälern zu lesen. Also genau das, was ich gerne mag. Ja, am Rande war auch irgendetwas von irgendeinem Festival angemerkt, dem ich aber nicht weiter Aufmerksamkeit schenkte.
Erst Wochen nachdem die Reise fixiert war, die Zugstickets in meiner Mailbox gelandet waren, entdeckte ich was Colours of Ostrava überhaupt bedeutet. Da gab es kein Zurück mehr, da musste ich jetzt mitten ins Geschehen.

INTERNATIONALE PRESSEREISE

Auf dieser Reise nach Tschechien besuchte ich nicht nur zum ersten Mal ein Festival, sondern nahm zum ersten Mal an einer internationalen Pressereise teil. Bisher war ich immer nur in deutschsprachigen Gruppen unterwegs. Also auch hier eine Premiere. Unsere Gruppe war bunt gefächert. Blogger und Journalisten, jung und alt, aus verschiedenen europäischen Ländern. Gesprochen wurde Englisch. Im Laufe der Reise ergab sich ein sprachliches Mischmasch aus Deutsch, Englisch, Spanisch, Niederländisch und Italienisch. Wie völkerverbindend!

Nun zurück zu Colours of Ostrava. 4 Tage Musik und Kultur pur, quer durch diverse Genres. Als Highlights konnte ich Norah Jones live erleben. Ich hab es übrigens geschafft kein vernünftiges Foto von diesem Auftritt zu machen.  Birdie habe ich mir angesehen und einen Künstler namens Billy Barman. Auch anderen Musiker und Gruppen habe ich bei meinen Spaziergängen über das weitläufige Festivalgelände gelauscht. Die meisten Namen sind mir entfallen. Auf dem Event geht es übrigens nicht nur um Musik, es wurden auch zahlreiche Workshops und Gesprächsrunden unter dem Namen Meltingpot angeboten.

EHEMALIGES EISENWERK VITKOVICE

Ein besonderes Highlight ist tatsächlich dieses imposante Gelände. Die ehemaligen Eisenwerke Vitkovice wurden 1828 als Rudolfshütte gegründet und fungierten zur Kohleförderung und -aufbereitung, ebenso als Koksherstellung und sogar zur Erzeugung von Roheisen. Eine einzigartige Kombination in Europa. Endgültig stillgelegt wurde diese Industrieanlage 1998. Ein Abriss erwies sich als zu kostspielig, so wurde aus der Ruine ein Kulturzentrum mit Aussichtsturm, Mehrzweckaula und Bergbaumuseum. Und Festivalgelände.

BOLT TOWER

Diese Gebäudekomplexe hatten es mir angetan. Gleich zweimal habe ich den Bolt Tower erklommen. Wobei es mir auch beim zweiten Mal nicht gelang die obersten Etagen via Außentreppen zu erreichen. Zum Glück gibt es einen Innenlift. Die Aussicht von dort oben ist schlicht grandios und man sieht, wie weitläufig das gesamte Gelände ist und vor allem, dass man sich praktisch mitten in der Stadt befindet.

EIN ABENTEUER MIT HINDERNISSEN

Zum Festival selber, da musste ich mit ganz großem Bedauern feststellen, dass ich für solche Veranstaltungen nicht mehr längerfristig geeignet bin. Zum einen ist es tatsächlich ganz, ganz schwierig irgendetwas Passendes zu essen zu finden. Hauptsächlich wurden Kebab, Nudeln in allen Varianten und Pizza angeboten. Das dafür unüberschaubar oft. Ich hatte auf vegane Stände gehofft, weil ich da oft fündig werde. Entweder es gab wirklich keine, oder sie waren supergut versteckt.
Das zweite Problem ist leider, dass ich auf einem Ohr, das, das durch die Bestrahlung in Mitleidenschaft gezogen wurde, nur mehr vermindert höre. Das bedeutet im Alltag, dass ich bei Lärm, lauter Musik und Stimmengewirr schnell ermüde und unkonzentriert werde.
Die Konsequenz aus beiden Misständen war schlicht und einfach, ich konnte nie länger als vier Stunden bleiben, was ich wirklich sehr schade fand, denn eigentlich war das eine Veranstaltung ganz nach meinem Geschmack. Selbst der Aufenthalt in der VIP-Zone konnte dem nicht abhelfen.

Trotzdem ist mein Fazit, ich bin froh und dankbar dort gewesen zu sein, es war ein wunderbares Erlebnis, wenn auch verkürzt
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Info für die werte Leserschaft
Colours of Ostrava

Ostrava

Diese Pressereise fand in freundlicher Zusammenarbeit mit Czech Tourisms statt. Der Inhalt des Beitrages beruht auf meiner eigenen Meinung.

6 Comments Wie ich zum Festival Colours of Ostrava gelangte

  1. Simone

    Liebe Claudia,
    wie schön, dass du jetzt auch mal auf einen Festival warst. Eine ganz andere Atmosphäre, oder? Allerdings schade, dass die Essensversorgung schwierig war. Der Bolt Tower würde mir auch gefallen.
    Viele Grüße
    Simone

  2. Michaela

    Ich muss zugeben, dass ich mit meinen 29 Jahren auch noch nie auf einem Open-Air Konzert war. Die Location sieht richtig toll aus und Norah Jones live zu erleben stelle ich mir richtig toll vor!

    Liebe Grüße,
    Michaela

  3. Barbara

    Hallo Claudia,

    Pressereisen haben manchmal interessante Themen, und das war ja klasse, dass hier so aktuell eine große Veranstaltung ausgewählt wurde. Mir reicht so etwas auch nach ein paar Stunden, dann würde ich mir zur Abwechslung gerne eine barocke Altstadt oder einen Schlosspark anschauen… 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

  4. Kuno

    Hallo,
    ich bin mit 25 Jahren noch ganz vernarrt in Open Air Konzerte und war schon auf einigen, die auch sehr ruhig waren. Aber Festivals gehören da definitiv nicht zu. Das schöne ist wie ich finde, dass man vielen Bands und Sängern lauscht, die man vorher nicht kannte und vielleicht den ein oder anderen für sich entdeckt. Das ehemalige Industriegelände scheint dazu eine schöne Kulisse zu sein! Bist du während deiner Reise auch in dem Bergbaumuseum gewesen?
    Viele Grüße, Kuno

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