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Lifestyle / Persönliches

Was ist da Reklame, das ist doch dein Leben!

Eigentlich liegt es mir fern die Leserschaft mit Blogger Interna zu konfrontieren. Aber dieser Satz einer lieben Freundin und Bloggerkollegin hat mich trotzdem ein wenig nachdenklich gestimmt.
Geschrieben hat sie diesen Einwand unter ein Instgram Bild, das ich vor wenigen Tagen veröffentlicht habe. Es zeigt mich selfiemässig in einem Wiener Hotel und ich erzähle von den spannenden Tagen die ich in Wien verbracht hatte. Reisemesse, Bloggerlounge, meine Kinder besuchen, als Gast bei einem Salontalk von meinen Schicksalsschlägen erzählen und so weiter. Nach diesem Text hatte ich pflichtbewusst den Zusatz {enthält Reklame} eingefügt. Warum? Weil ich das Hotel erwähnt hatte, in dem ich im Rahmen einer Kooperation nächtigen und vor allem auch sehr gut essen durfte. Hätte ich den Hotel Namen nicht erwähnt, wäre es keine Werbung für das Haus gewesen, aber der Kooperationspartner wäre dann wohl nicht zufrieden gewesen, zu Recht wie ich meine.

KENNZEICHNUNGSPFLICHT

Ja, die leidige Kennzeichnungspflicht lässt mich mitunter wie eine wandelnde Litfaßsäule erscheinen. Es hat vermutlich oft den Anschein, als würde ich in einer Dauerwerbesendung leben. Dazu muss ich nun erläutern, dass ich erfreulicherweise immer wieder sehr schöne Kooperationen, vor allem im Reisebereich eingehen darf. Für mich sind das Möglichkeiten Reisen anzutreten, die ich sonst mit meiner kärglichen Berufsunfähigkeitspension nicht machen könnte. Ich nehme prinzipiell nur Angebote an, an denen ich persönlich Gefallen finde. Und gerade wenn es um Reisen, Hotels und Restaurants geht, finden sich immer genau die richtigen Partner. Meist sind es Agenturen, Firmen oder Einzelpersonen, die mich wegen meiner Behinderung oder meines Alters ansprechen. Und im besten Fall natürlich wegen meiner Inhalte, die aber genau diese beiden Themen auch im Fokus haben.

WERBUNG ODER NICHT

Lange Zeit war es vollkommen unklar, wie man Kooperationen, egal welcher Art , wie kennzeichnen muss. Noch heute gibt es genug Leute, die meinen, wenn kein Geld fließt, dann bräuchte man auch nicht kennzeichnen. Das ist ein großer Irrtum, inzwischen ist die rechtliche Situation schon so kompliziert, dass man auch des öfteren Sätze wie *dieses Produkt habe ich von meinem eigenen Geld gekauft, somit ist dieser Beitrag keine Werbung* zu lesen bekommt. Ja auch ich habe mir schon den kleinen Scherz erlaubt und  einmal oder auch öfter über mein Suchtmittel Jogurt zu erzählen und dann ganz launig *hier sehen sie eine unentgeltliche Werbeeinschaltung* dazu geschrieben.
Die Gesetzeslage ist verwirrend. Es gibt sogar Meinungen, dass man den Zusatz *Werbung* unter ein Foto setzen müsse, wenn auf der Abbildung eindeutig ein Geschäft einer bekannten Marke zu sehen ist. Das halte ich persönlich für übertrieben und auch überzogen.

Trotzdem ist große Vorsicht geboten, denn gerade in Deutschland rollt schon länger eine große Abmahnwelle. Das kann natürlich auch Schreiberlinge aus Österreich betreffen, denn das Internet macht ja bekanntlich nicht vor innereuropäischen Grenzen halt. Es wird auch nicht mehr lange dauern und auch in Österreich wird gestraft werden. Wie ich meine, ist das auch gut, um endlich der leidigen Schleichwerbung den Garaus zu machen.

MEIN LEBEN MIT REKLAME

Nun gibt es auch immer wieder die Diskussion, wie viel Werbung, die ich als Reklame bezeichne, kann man der Leserschaft zumuten? Ich kommuniziere schon lange sehr offen, dass ich mit viel Herzblut und Ehrlichkeit meine Blogs führe, aber trotzdem Gegenleistungen von Partnern erhalte. Ich glaube, dass Leser das auch schätzen, wenn man mit offenen Karten spielt. Ich bin mir jedoch auch sicher, dass es auch so manchen abschrecken könnte. Aber nachdem man es ja kaum allen Recht machen kann, ist dies ein zu verschmerzender Umstand.
Und ja, alles was ich hier wiedergebe, das ist tatsächlich ein Teil meines Lebens. Der spannende Teil allerdings, denn die vielen Stunden, die ich im löchrigen Jogginganzug zuhause vergammle, die werden eher niemanden interessieren.
Dieser Beitrag enthält übrigens keine Reklame!

3 Comments Was ist da Reklame, das ist doch dein Leben!

  1. Sabine Gimm

    Liebe Claudia,
    es geht wohl vielen Bloggern ähnlich wie Dir. Ich kennzeichne lieber einmal zu viel als zu wenig, damit ich auf der sicheren Seite bin. Vielleicht wird Blogger demnächst in der Uni als Studiengang angeboten 🙂

    Liebe Grüße Sabine

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Sabine, es gibt ohnedies bereits Lehrveranstaltungen zum Thema Bloggen im Rahmen verschiedener Studienrichtungen. Ich bin schon drei Mal jungen Studenten Rede und Antwort gestanden. Vielleicht wird einmal ein ganzes Studium daraus 😉 Liebe Grüße, Claudia

  2. Saskia

    Das mit der Werbung bleibt weiter verwirrend, zumal bei einer solchen Kennzeichnung immer gleich vermutet wird, dass Geld für den Beitrag (und eventuell auch für die Meinung) geflossen sind. Ich finde, dass unterschiedliche Arten von Werbung auch unterschiedlich gekennzeichnet werden sollten. Besonders bei der Kennzeichnung *dieses Produkt habe ich von meinem eigenen Geld gekauft, somit ist dieser Beitrag keine Werbung* muss ich den Kopf schütteln. Wenn ich mit einer Freundin mich über Produkte austausche oder eine Empfehlung anspreche, dann reden wir nie über Werbung oder ähnliches. Das Problem ist wohl, dass die Grenze zwischen professionellen Blogs und Magazinen irgendwie völlig verwischt ist und es den Blog, wie es ihn einmal gab, vielleicht gar nicht mehr so gibt…

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