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Warum ich in Köln war und dort im Gewahrsam der Polizeiinspektion 1 landete

Warum ich einen Tag in Köln verbrachte ist eigentlich sehr schnell erklärt. Zwischen meiner Ankunft mit der AROSA Brava in Köln und meinem Heimflug nach Salzburg lagen mehr als 12 Stunden. Das wusste ich natürlich schon bei der Flugbuchung und ich habe mit meiner Mama über Wochen beratschlagt, was wir in den langen Stunden treiben könnten. Köln ist ja nicht unbedingt ein Ort, der auf meiner dringenden Wunschliste zu besuchender Städte liegt. Trotzdem wollten wir der Stadt eine Chance geben. Museum! Da gäbe es das Schokolade-Museum, was uns beiden nicht so sonderlich zusagt und neben dem bekannte Römisch-Germanischen Museum, noch das Museum Ludwig. Zwei Punkte, die den ganzen Tag füllen könnten.

TREFFEN MIT EINEM *KREBSKOLLEGEN*

Dann kam mir in den Sinn, dass ein Bekannter aus einem Mundhöhlenkrebs-Forum, das ich seit langen Jahren frequentiere, in Köln lebt und einmal erwähnte, ich solle mich doch melden, falls es mich einmal in seine Gegend verschlagen sollte. Tja, dass so ein Tag einmal eintreten würde, daran hatte ich eher weniger gedacht.
Also kontaktierte ich den User Don Ro, der in Wirklichkeit natürlich ganz anders heißt und kündigte mein Kommen an. Ich wusste, dass Dirk Polizist ist und auch ein Jahr nach seiner Erkrankung wieder in seinen Job zurückkehren konnte. Nicht ohne Hindernisse. Denn auch er hatte lange Zeit sprachliche Einschränkungen, was für einen motorisierten Polizisten vielleicht nicht ganz so ideal ist. Heute ist davon nichts mehr bemerkbar und man kann kaum glauben, dass seine Krebserkrankung nur zwei Jahre zurückliegt. Er hat so wie ich massive Probleme bei der Nahrungsaufnahme und somit hatten wir natürlich im Laufe des Tages genug Gesprächsthemen.

POLIZEIINSPEKTION 1 IN KÖLN

Dirk machte den Vorschlag, er könne meiner Mama und mir seine Dienststelle, die Polizeiinspektion 1, Mitte, zeigen. Irgendwie dachte ich im ersten Augenblick, das klingt so nach Schulführung, doch bei näheren Überlegungen fand ich den Gedanken doch sehr spannend. In den Arbeitsbereich der Inspektion fällt ja auch das Gebiet um den Kölner Dom, und das hat ja leider großes mediales Interesse wegen der Übergriffe zu Silvester 2015 erlangt. Ich erspare der werten Leserschaft irgendwelche Statements zu dieser, für alle Seiten und Beteiligten, traurigen Angelegenheit. Ja, selbst in Salzburg habe ich einen negativen Ton über die Kölner Polizei zu hören bekommen. Darum wollte ich dann eigentlich schon ganz gerne hinter die Mauern dieser Dienststelle schauen. Die Wache ist in einem Gebäudekomplex einer Zeitung untergebracht und glänzt jetzt nicht gerade mit architektonischer Meisterleistung. Auch die Innenausstattung versprüht eher 80er Jahre Bau-Charme. Polizeiwachen sind ja mehr Orte die man mit Unangenehmen verbindet. Entweder man zahlt eine Strafe oder macht eine Anzeige. In seltenen Fällen landet man im Gewahrsam, aus welchen Gründen auch immer.

IM POLIZEIGEWAHRSAM

Dirk zeigte uns auch diesen Bereich und ich durfte mich sozusagen probeeinsperren lassen. Puhh, alleine wenn die schwere Türe zugeknallt und heftig verriegelt wird, beginnt man leicht zu schwitzen, selbst wenn man nicht betroffen ist. Mann kann sich dann ganz weit entfernt vorstellen, wie es da möglicherweise in der Karnevalszeit zu geht, wenn Menschen hier wegen diverser Delikte festgehalten werden und ihrem vielleicht nicht wirklich gutem Benehmen freien Lauf lassen. Kein schöner Gedanke! Vor allem möchte ich persönlich nicht als Mitarbeiter zu solchen Zeiten Dienst machen müssen. Mein Besuch fand ja an einem sonnigen, unauffälligen Donnerstag Vormittag statt. Da randaliert kaum jemand und Betrunkene sind auch noch eher selten. Trotzdem kann man sich ein wenig in den Arbeitsalltag der Polizei hineinversetzen, wenn man ein paar Blicke hinter die Mauern werfen darf. Ich durfte auch in ein paar Räume schauen, in die man normalerweise keinen Zutritt hat. So weiß ich jetzt auch ungefähr was ein Schirrmeister ist. Oder konnte ein wenig in das Einsatzsystem Cebius  (Computer unterstütztes Einsatz- und Bearbeitungssystem) hineinschnuppern. Da hat man den Überblick, wer  gerade wo bei welchem Einsatz unterwegs ist.

MOTORISIERTE POLIZEI

Dirk hat mich natürlich auch in die Garage geführt, um mir seinen *Schatz* zu zeigen. Also den zweirädrigen Schatz. Eigentlich ist das wirklich interessant, wie so ein Gefährt technisch ausgerüstet ist. Ein derartiges Motorrad ist tatsächlich mit einem Rechner ausgestattet. Auch in einem Streifenwagen durfte ich Platz nehmen. Schaut innen eigentlich auch wie ein Auto aus. Aber der Kofferraum ist ziemlich spannend. Was da alles eingebaut ist kann ich gar nicht aufzählen.
Wir sind dann noch durch einige Büros gewandert, natürlich wollten die Leute auch wissen, wer ich, respektive auch meine Mama wären. Man hatte schon ein wenig das Gefühl, dass der ein oder andere den Medien gegenüber nicht ganz so uneingenommen ist. Was ich bei der Berichterstattung der letzten Monate wirklich gut nachvollziehen kann. Da gab es dann die eine oder den anderen, die mir bereitwillig und sehr freundlich Auskunft über ihre momentane Tätigkeit gaben.

POLIZEI IN DER REALITÄT

Ja, mein Bild über die Polizei hat sich in Zeiten von permanenten Polizei-Einsatzsendungen auf diversen TV-Kanälen und teils sehr einseitigen Berichten in den Medien wieder in ein neues Bild gerückt. Wirklich interessante Einblicke sind mir begegnet. Polizeiarbeit besteht offenbar auch viel aus Arbeit am Schreibtisch und am Computer. Und im Augenblick auch offensichtlich im Zurechtrücken falscher Eindrücke. Ich bedanke mich auf alle Fälle für die freundlichen Begegnungen auf der Inspektion und zolle den Mitarbeitern großen Respekt.

KÖLNER DOM; DA MUSS MAN HIN

Natürlich habe ich mich nicht den ganzen Tag auf der Inspektion Mitte aufgehalten, sondern habe Kölns Wahrzeichen Nummer eins, den Dom,  von allen Seiten und auch von innen begutachtet. Ja, da kommt man aus dem Staunen nicht heraus und eigentlich müsste man dort mehrere Tage verbringen um wirklich jede Ecke gesehen zu haben. Ein wirklich großartiger Bau. Befremdlich ist alleine die Tatsache, dass dieses Wahrzeichen tatsächlich direkt neben dem Hauptbahnhof steht. Ich persönlich kenne keine große Stadt mit einem derartigen Stadtbild.

BLICK ÜBER DIE STADT UND HOHENZOLLERNBRÜCKE

Köln hat natürlich noch eine ganze Menge zu bieten. Die Kranhäuser im Hafen konnte ich ja vom Schiff aus sehen, fotografiert habe ich sie nicht. Dafür ist Dirk mit uns beiden noch über die Hohenzollernbrücke gewandert, die sich dafür rühmt die meisten Liebesschlösser auf ihren Gittern montiert zu haben. Das könnte durchaus stimmen. Unser Ziel war die Panoramaterrasse am KölnTriangel. Dort tummeln sich wahrscheinlich nur Touristen, aber der Blick über die gesamte Stadt ist wirklich atemberaubend.
Tatsächlich könnte ich mir einen weiteren Kölnbesuch ganz gut vorstellen. Köln ist weit mehr als Karneval, Kölsch und ruppiges Personal in den Kneipen.


Jedenfalls sage ich ganz herzlichen Dank an Dirk Rohde für seine wunderbare Stadtführung und die spannenden Fachgespräche unter Mundhöhlenkrebspatienten. Und ich sage ganz herzlich Danke an die Polizeiinspektion 1 in Köln für die Möglichkeit einmal über die Schultern zu schauen.

 

2 Comments Warum ich in Köln war und dort im Gewahrsam der Polizeiinspektion 1 landete

  1. Dirk Rohde

    Hallo liebe Claudia, es freut mich, dass Du schöne Eindrücke aus Köln mitnehmen konntest. Es war für mich eine Bereicherung Dich und Deine Mama persönlich kennen lernen zu dürfen. Unsere Gespräche haben mir viel Spass gemacht. Und die Polizei Köln freut sich über den positiven Bericht in Deinem Blog.
    Danke dafür!

    Viele Liebe Grüsse aus Köln

    Dirk

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