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Lifestyle / Persönliches

Kurze Haare und ein Plädoyer für den Friseurberuf

Heute möchte ich meinen Blogpost einem trivialen Thema widmen. Der Haarlänge. Ewig lange Zeiten, bis vor drei Jahren, habe ich lange Haare getragen. Im Sommer 2013 habe ich mich von 30 cm Länge verabschiedet und hatte wochenlang das Gefühl, ich würde um die Schulterpartie ständig frieren und das im Hochsommer. Dabei habe ich meine Haare eher selten offen getragen. Meist irgendwie mit einem breiten Gummiband hinauf gewurschelt oder zu einem ordentlichen Pferdeschwanz gebändigt.

LANGE HAARE

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In den letzten Monaten sind sie dann wieder auf eine über Schulter Länge gewachsen und ich war mit dieser unkomplizierten Frisur sehr zufrieden. Alle drei, vier Monate ein paar Millimeter kappen und alle sechs Wochen die Farbe verbessern, um nicht zu sagen, die wenigen grauen Haare zu überdecken. Perfekt in allen Lebenslagen. Und dann vor zwei Wochen hat mein Kind gewütet. Nein, es war nicht abgesprochen, dass ich mich von soviel Kopfhaar trennen würde.

Meine jüngere Tochter ist Friseurin und seit ihrer Lehrzeit halte ich den Schädel hin. Erst als Versuchsmodell, dann als Modell bei der Lehrabschlußprüfung bis zur zufriedenen, glücklichen Kundin. Und nein, ich war als Mama mit der Berufswahl meines Kindes nicht immer ganz im Reinen. Friseurin! Mein Kind! Wo doch meine Kinder in meinen Augen zu wesentlich Besserem berufen wären. Da will eines meiner Kinder Friseurin werden. Der Inbegriff von blond, üppiger Oberweite und eingeschränkter Intelligenz. So das gängige Klischee für blonde Friseusinnenwitze.

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UNTALENTIERTES KIND? MITNICHTEN!

Das Kind galt in der Lehrzeit nicht als besonders talentiert. So meinte zumindest der Lehrherr und die darauffolgende Chefin. Erbauend für ein Mädchen in der späten Pubertät, wenn einem solches Unvermögen nachgesagt wird. Es kam wie es kommen musste, der erste Anlauf bei der Abschlussprüfung misslang. Das Kind wollte kurzfristig den Beruf gänzlich aufgeben und fand dann eine Praktikantenstelle in einem ausgezeichneten Betrieb, in dem neben großem Fachwissen auch sehr viel Menschlichkeit weitergegeben wurde.

Das Kind mit der für mich eigenwilligen Berufswahl, wird bald 25, steht mit beiden Beinen mitten im Leben und ist eine begnadete Friseurin, die nicht nur wegen ihres Können bei den Kunden beliebt ist, sondern auch wegen ihrer herzlichen und charmanten Art.
Und weil mein Friseurkind so aufgeht in seinem Beruf, der mehr Berufung ist, vertraue ich ihm blind und das Ergebnis kann sich eindeutig sehen lassen, wie meine Umwelt mir zustimmend vermittelt hat.

FRISEURE ALS PSYCHOTHERAPEUTEN

Ich hüte mich übrigens schon lange abwertend über diesen Beruf zu urteilen. Denn Friseure haben eine große Verantwortung dem Kunden gegenüber. Wenn man in einem Modegeschäft falsch beraten wird, erleidet  im schlimmsten Fall die Geldbörse einen Schaden. Wer beim Friseur nicht fachgemäß behandelt wird, der ist im schlimmsten Fall sogar am Körper geschädigt worden. Dass Friseure, egal welchen Geschlechtes oft auch die Funktion eines Psychotherapeuten übernehmen, sei noch nebenbei erwähnt.

Fotocredit: Bild 1 und 3 Renate Eisen-Schatz

2 Comments Kurze Haare und ein Plädoyer für den Friseurberuf

  1. Claudine

    Tolle Frisur! Das Kind kann definitiv was. Witzig: meine Tochter ist auch 25 und ich fand ihre Berufswahl auch zunächst irritierend. Sie studiert dasselbe wie ich damals, obwohl sie sich nie für das Thema interessierte. Und siehe da: sie hat Erfolg und schließt bald den Master ab, wenn alles klappt.
    Übrigens: Friseur ist etwas ganz heikles. Einen guten Friseur zu finden ist viel viel schwerer als den Mann für´s Leben. Von daher betrachtet wäre ich froh mein Kind wäre doch auch Friseurin geworden…..

    Liebe Grüße aus Aachen
    Claudine / http://www.claudinesroom.com

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Claudine, ja, die lieben Kinder und die mütterlichen Berufsvorstellungen. Irgendwie haben alle vier ganz andere Berufe gewählt, als ich mir als Mama früher so vorstellte. Ich bin froh, dass alle beruflich sehr gefestigt und auch privat glücklich sind. Was kann man sich als Eltern denn mehr wünschen? Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

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