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Lifestyle / Persönliches

Hast du eigentlich einen Mann? Wahrnehmungen im Internet

Je mehr ich aus meinem persönlichen Alltag erzähle, desto öfter kommen kuriose Fragen auf mich zu. In letzter Zeit fällt mir ganz besonders auf, dass sich relativ viele Menschen für meinen Beziehungsstatus interessieren. Nicht nur virtuell, sondern auch real. Und nein, es sind nicht alleinstehende Männer auf der Suche nach dem späten Glück. Hauptsächlich Frauen fragen danach. Solche die mich nur aus dem Netz kennen, oder auch einige, die ich schon sehr lange nicht mehr getroffen habe. Es ist nicht immer die erste Frage, die gestellt wird, aber in vielen Gesprächen wird dann irgendwann ganz dezent nachgehakt. Von „Hast du eigentlich einen Partner?“ bis „Bist du eigentlich noch verheiratet?“ ist da alles vorhanden. Meist gehen die Menschen tatsächlich davon aus, dass ich alleine durch meinen echten Alltag gehen würde. Das stimmt bedingt, ich reise sehr viel alleine, denn mein Mann ist mehr der Wellness-Typ und kann sich an meinen kulturellen Ausflügen nicht sonderlich erfreuen. Nach 34 Jahren Zweisamkeit und vier gemeinsamen Kindern sehen wir auch nicht unbedingt den Zwang ständig alles gemeinsam tun zu müssen. Nur weil man ewig verheiratet ist, besteht kein Grund eine 24/7 Partnerschaft zu führen. Im Gegenteil, ich glaube Freiheiten in einer Beziehung sind oft ein Grundstock für eine gut funktionierende Ehe, Garant sind sie vermutlich keiner.

MEIN BLOG; MEINE GESCHICHTEN

Warum mein Mann nur im Hintergrund erkennbar ist, genauso wie der Rest meiner Familie, hat auch den Grund, dass keiner von ihnen Interesse an einer öffentlichen Darstellung der eigenen Person hat. Das respektiere ich in jeder Hinsicht und gehe sogar soweit, dass ich nachfrage, wenn ich Teile unseres persönlichen Wohnbereiches abbilden möchte. Es ist mein Blog und es sind meine Geschichten von unterwegs, die ich virtuell darstelle. Und trotzdem möchte so mancher Follower offenbar noch viel mehr erfahren, als ich ohnedies schon preisgebe. Wenn jemand aus meinem persönlichen Umfeld Lust hat, auf einem Bild zu erscheinen und erwähnt zu werden, so wie etwa meine Mami, dann freue ich mich sehr. Natürlich würde ich gerne manchmal ein Foto von meinem kleinen Enkelprinzen zeigen, weil er einfach ein echter Schatz ist. Wie vermutlich fast jedes Enkelkind für fast jede Omi. Auch wenn seine Mama das gestatten würde, letztlich würde es über seinen Kopf entschieden werden. Ich meine inzwischen, dass die öffentliche Darstellung von Kleinkindern auf sämtlichen Social Media Kanälen in allen Lebenslagen etwas bedenklich ist.

VIRTUELLE WAHRNEHMUNG; REALES LEBEN

Ich finde es aber wirklich sehr interessant, welches Bild sich die Leserschaft über mich macht. Ich lese und höre tatsächlich sehr oft, die Mutmaßung, dass ich partnerlos wäre. Genauso, wie viele den Eindruck haben, mein Leben würde nur aus Reisen und auswärts essen bestehen. Ich denke, kein Mensch möchte wirklich wissen, wie mein tatsächlicher Alltag aussieht. Der ist nämlich für meine Begriffe, obwohl ich sehr viel unterwegs bin, oft ziemlich langweilig, weil ich ja nicht mehr berufstätig bin und auch durch meine Einschränkungen viele Ruhephasen benötige. Ich würde es nur ziemlich befremdlich finden, wenn ich darüber berichten würde, wie mein Leben  Zuhause in ausgeleierten Jogginghosen aussieht, das wäre dann doch zu alltäglich.

8 Comments Hast du eigentlich einen Mann? Wahrnehmungen im Internet

  1. Anita

    Toller Blogpost, liebe Claudia! Bei mir denken auch sehr viele ich sei ständig nur auf Achse, weil ich gerne Fotos meiner Reisen auf Insta poste Ich bin da übrigens ganz bei dir, wenn du die Ich-häng-ab-in-Jogginghosen-heute-muss ich-noch-bügeln-und-putzen-Infos außen vor lässt

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Anita, danke sehr! Ich kann nicht über Bügeln posten, weil ich das eine Tätigkeit ist, die ich auf Grund meiner Einschränkungen nicht mehr verrichten kann. Das erledigen andere für mich. Schönes Pech, oder? 😉 Obwohl ich ja auch über ernste Themen schreibe, wie meine inzwischen überstandene Krebserkrankung, so möchte ich doch, dass auf meinem kleinen Blog eine gewisse Leichtigkeit herrscht, die man nicht mit Oberflächlichkeit verwechseln sollte.In meinem Leben passieren so viele schöne Dinge, die ich durch das Bloggen erlebe, das möchte ich gerne wiedergeben. Liebe Grüße nach Kärnten, Claudia

  2. Claudine

    Die Leserschaft hat manchmal wirklich ein merkwürdiges Bild von Bloggerleben. Auf der anderen Seite wird das natürlich befeuert durch Hashtags wie #bloggerlife und ewigen Strand- und Foodbildern wie aus dem Katalog.
    Eine Anmerkung zu dem Foto oben: du hast in einem anderen Artikel etwas geschrieben über kurze Röcke und Ü50. Ich finde das Bild toll und zwar die Klamotte ebenso wie die Frau, die sie trägt. Die Beine sind bei weitem schöner als das, was das Gros bei uns benutzt zum Laufen.
    Allerdings ist das eigene Wohlfühlen und die Wahrnehmung anderer oft etwas, das sich diametral gegenüber steht. Leider!

    Viele Grüße
    Claudine von http://www.claudinesroom.com

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Claudine, es freut mich ungemein, wenn jemand meine Artikel so aufmerksam liest, dass so Details wie die Rocklänge in Erinnerung bleiben. Ich bedanke mich für das schöne Kompliment. Ja, die Rocklänge macht mir ein wenig Probleme, ich habe zwar sehr schlanke Beine, aber eben keine glatten mehr. Das betrübt mich manchmal. Das Kleid am Bild trage ich tatsächlich nur, wenn ich schön gebräunt bin, heuer ist das nicht der Fall, weil mich meine Bauchoperation in den Schatten zwingt. Aber das sind echte Luxusprobleme. Ich sehe mich trotz Präsenz auf vielen Social Media Kanälen nicht in der perfekten Bloggerwelt. Ich filtere ganz selten Bilder und erzähle tatsächlich aus meinem Alltag. Nicht gerade vom Haushalt und nicht unbedingt unfrisiert. Ich quatsche zum Beispiel ganz bewusst auf Snapchat und Insta Stories um meine Sprechbehinderung deutlich zu machen. Die gehört nämlich genauso zu mir, wie meine Falten und mein inzwischen unperfekter Körper. Ganz liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

  3. Heidi Stumtner

    Mir gefällt deine offene Art wirklich sehr liebe Claudia. Du bist ein Gewinn für die Bloggerszene und ich finde es schön dass du uns an deinen Unternehmungen teilhaben lässt. Sind immer so viele interessante Berichte dabei uns vor allem tolle Rezepte, die mich sehr begeistern. Alles Liebe Heidi

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Heidi, danke für dein schönes Feedback. Man ist ja auch auf die Meinung der Leser ein wenig angewiesen. Oft ist es auch eine Gradwanderung, wenn man über Lifestyle schreibt. Was wollen denn die Leser tatsächlich erfahren? Lehnt man sich zu weit aus dem Fenster? Und darum ist es einfach schön, wenn man positive Rückmeldungen erhält- Liebe Grüße aus der Riedenburg, Claudia

  4. Hildegard H.

    hallo liebe Claudia, ich bin hier erst seit kurzem dabei, weil ich Dich sehr spät ‚entdeckt‘ habe! Aber mein Merksatz ist: ‚Auch ein eingeschränktes Leben ist lebenswert‘ —und das zeigst Du uns allen immer wieder. Weiter so!LG

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Hildegard, schön, dass du her gefunden hast und du sagst es ganz richtig, auch mit Einschränkungen kann man ganz wunderbar leben. Ganz liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

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