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Gesundheit / Persönliches

Vom großen Glück reisen zu dürfen und zwei ungeschriebene Artikel

Nun liegen 10 unglaubliche Tage hinter mir.  Ich nehme überwältigende Eindrücke mit nach Hause und werde Tage benötigen, um diese zu sammeln und in mehreren Beiträgen zu verarbeiten. Meine Reise nach Tschechien war ja schon lange geplant. Der Trip nach Thailand allerdings, war eine sehr kurzentschlossene Angelegenheit, diemeinen fiktiven Redaktionsplan auf den Kopf gestellt hat.

Ich plane Blogartikel nicht großartig vor, ich schreibe mir nicht einmal mögliche Themen auf, um sie später zu verarbeiten.

Bloggen heißt für mich immer noch spontan zu sein,  Gefühlen freien Lauf zu lassen und vor allem authentisch zu bleiben. 

CLAUDIAONTOUR.COM FEIERT GEBURTSTAG

Ganz im Hinterkopf hatte ich jedoch zwei wichtige Themen notiert, die ich im Juli veröffentlichen wollte. Dazu gehört der 2. Blog-Geburtstag. Denn am 17. Juli 2015 ging claudiaontour.com mit einigen wenigen Artikeln online und hat sich in zwei Jahren von einem ganz persönlichen Reisetagebuch zu einem kleinen Gemischtwarenladen entwickelt.  Ich wollte zu diesem Anlass ein wenig einen Blick auf meine Beweggründe für den Blog gewähren. Diese Seite gibt mir die Möglichkeit zu zeigen, dass eine schwere Erkrankung mit all den daraus entstandenen Alltagseinschränkungen kein Grund ist, nicht an einem wertvollen Sozialleben teilzunehmen. Ich möchte verdeutlichen, dass man nach Schicksalsschläge trotzdem wieder Mut fassen kann und vielleicht ganz andere Wege beschreitet, wie davor.

UNERWARTETE REISEN

Ich habe in diesen zwei Jahren, dank zahlreichen Einladungen so unglaubliche, verschiedenartige, interessante Reisen machen können, von denen ich nicht einmal geträumt hatte. Obwohl ich immer viel gereist bin, so war ich in den vergangenen Monaten an Orten, die ich eigentlich nie als Reiseziel ins Auge gefasst hatte. Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass ich überhaupt noch reisen kann. Ich hätte es nach meiner langen Krankengeschichte nicht mehr für möglich gehalten überhaupt noch weiter, als zu meiner Tochter nach Wien zu fahren.

6 JAHRE NACH DER DIAGNOSE ZUNGENKREBS

Auch heute, genau auf den Tag 6 Jahre nach meiner Diagnose Zungenkrebs, ist reisen für mich keine Selbstverständlichkeit und eine sehr große Herausforderung. Allem voran muss ich meine Nahrungsaufnahme immer sehr im Auge behalten. Ja es gibt tatsächlich Orte an denen ich vergeblich nach halbwegs passablem Essen suche.

Auch alle anderen Einschränkungen, die für andere nicht erkennbar sind, fordern erhöhte Aufmerksamkeit. Ich habe gut gelernt damit umzugehen. Vor allem habe ich auch gelernt einfach andere Menschen um Hilfe zu bitten. Auch wenn es für manche sehr befremdlich wirkt, wenn ich zum Beispiel ersuche mir eine eine Mineralwasserflasche zu öffnen, weil ich kein Gefühl und keine Kraft in den Fingern habe.  Das ist zum Glück kein Dauerzustand, aber mit der Müdigkeit kommen solche Hindernisse.

DANKBARKEIT

Den zweiten ungeschriebenen Artikel wollte ich der Erstdiganose meiner Krebserkrankung widmen. Denn auch wenn ich seit einem Jahr als geheilt gelte, so ist die Zeit ab dem 21. Juli bis zum 11. August  seit sechs Jahren eine Periode ein wenig in mich zu hören und diese Ereignisse im Sommer 2011 Revue passieren zu lassen.
Trotz der radikalen Einschnitte in mein Leben blicke ich mit sehr viel Dankbarkeit zurück. Diese Dankbarkeit gilt den Ärzten und Pflegepersonal auf der MKG an den Salzburger Landeskliniken, die mir ein zweites Leben ermöglicht haben. Auch meiner Familie gegenüber fühle ich große Dankbarkeit für ihre großartige Unterstützung in den langen schwierigen Monaten. Ich empfinde auch eine große Dankbarkeit dafür, dass ich dort leben kann , wo ich lebe. und wie ich lebe. In einem Umfeld, dass mir ermöglicht, mich frei zu bewegen, eine freie Meinung äußern zu können und sozial abgesichert zu sein.  All das nehmen wir nur allzu oft als vollkommen normal und selbstverständlich hin. Gerade auf meinen ausgedehnten Reisen wird mir das oft vor Augen geführt.

Jetzt freue ich mich auf zuhause und ein paar ruhige Tage, bevor ich mich in neue Abenteuer stürze.

3 Comments Vom großen Glück reisen zu dürfen und zwei ungeschriebene Artikel

  1. Doris

    Liebe Claudia, ganz toller Artikel. Freu mich sehr für dich. Warte schon mit Vorfreude auf deine weiteren Berichte. Schön, dass es dich gibt. <3 LG Doris

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