claudiaontour

Lifestyle / Persönliches

Wohnen 50plus

Der heutige Blogbeitrag soll sich nicht um Wohnstil drehen, sondern um die tatsächliche Wohnsituation. Viele Menschen 50plus leben in Wohnungen oder Häusern die oftmals nicht mehr den wirklichen Ansprüchen entsprechen. Oft sind die Kinder aus dem Haus und dann sitzt man zu zweit in einem schönen Einfamilienhaus, das einmal eine größere Familie beherbergt hat. Mein Mann und ich befinden sich seit einem Jahr in einer derartigen Situation. Zwar bewohnen wir kein Haus, aber eine sehr großzügige Fünf-Zimmer-Wohnung, die bis zum Auszug unserer beiden jüngsten Kinder sehr passend war. Wir haben in den letzten Monaten einiges adaptiert. Aus dem ehemals kleinen Schlafzimmer wurde mein Büro samt Fotoecke für meine Food-Fotos. Und aus dem sehr großen Zimmer meiner jüngeren Tochter ein Gästezimmer, das ideal ist, wenn meine andere Tochter samt Familie anreist und das geschieht beinahe jeden Monat. Ein Raum, der eigentlich ein Kinderzimmer sein könnte dient als begehbare Garderobe und das Schlafzimmer kommt ohne Kleiderschrank aus. Dafür gibt es eine schöne Couch, die eigentlich keiner braucht, aber sie macht den Raum sehr wohnlich und gibt ihm fast das Ambiente einer Hotelsuite. Ein großer Wohnbereich rundet das Zuhausefeeling ab. Nicht zu vergessen die Küche, die auf eine große Familie und viele Gäste zugeschnitten ist. Ich besitze Koch- und Essgeschirr in einem Ausmass, dass ich jederzeit mindestens 20 Gäste versorgen könnte, ohne Pappgeschirr verwenden zu müssen. Das klingt wunderbar und ist es auch, trotzdem denke ich öfter über diesen Luxus nach, vor allem über die Notwendigkeit. Und noch viel mehr darüber, wie lange wir in dieser Umgebung bleiben werden.

Geschirrschrank

SENIORENRESIDENZ, KLEINWOHNUNG oder SENIOREN-WG?

Ich bin bald 54, mein Mann wird 65, ein Alter in dem man eher nicht über Seniorenresidenzen oder Altenheime nachdenkt. Trotzdem mache ich mir Gedanken, denn ich weiß aus eigener, schmerzlicher Erfahrung, wie schnell sich das Leben ändern kann. Mit Schrecken erinnere ich mich an die langen Wochen, in denen ich bettlägrig und pflegebedürftig war und unsere Wohnung für meinen Zustand nicht geeignet war. Als ich wieder langsam ins Leben zurückkehrte, konnte ich kaum alleine die Treppen aus dem ersten Stock hinunter vor die Haustüre bewältigen. Hausarbeiten mussten zur Gänze meine Kinder übernehmen. Auch heute lagere ich noch einen Teil davon aus, weil ich sie auf Grund meiner körperlichen Einschränkungen nicht wirklich bewältigen kann. Bügeln, Staub saugen und Badezimmer reinigen gehören dazu. Irgendwann, so vermute ich, könnte diese große Wohnung eine Belastung werden. Wann, das lässt sich schwer sagen. Aber was wird die Alternative sein? Ich denke es wird sehr auf die körperliche Verfassung ankommen. Kann man sich weiterhin selbst verpflegen? In welchen Lebensbereichen bedarf man Hilfe? Unzählige Fragen gäbe es zu beantworten, die im Moment noch so weit weg erscheinen und trotzdem schon so nahe sind.
Macht ihr euch Gedanken, wo ihr in 10 oder 20 Jahren leben werdet?
Seniorenresidenz? Senioren-WG? Bei einem Kind in einer Hausgemeinschaft? Oder einfach in einer kleineren Wohneinheit?

Wohnzimmer

6 Comments Wohnen 50plus

  1. Hildegard H.

    liebe Claudia, wie recht du hast!Ich bin mehr als 20 Jahre älter als Du, ebenfalls durch eine Krebserkrankung seit langem ‚vorbelastet‘, mein Mann ist ebenfalls chronisch krank.Wie uns geht es vielen Freunden von uns im gleichen Alter. Man hat oft ein viel zu großes ‚zuhause‘ mit viel Arbeit aber auch mit viel Liebe eingerichtet, bereits bezahlt, aber in der Unterhaltung auch nicht gerade kostengünstig und ohne fremde Hilfe meist nicht zu halten.
    Aber: Will man im fortgeschrittenen Alter noch den Standort ohne akute Not wechseln?Meist nicht.Deshalb haben wir überlegt, im ‚Falle eines Falles‘ eine Person zu suchen, die zu uns ziehen kann, um einen oder beide zu pflegen.Das muss natürlich alles finanziert werden können.Deshalb sollte man,falls nicht genug eigene Mittel vorhanden sind, mit den Kindern rechtzeitig reden, inwieweit sie den Eltern evtl. auch finanziell helfen können.

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Hildegard, ich erlebe diese Diskussionen auch bei meinen Eltern, die Anfang, Mitte 70 sind. Beide bei sehr guter Gesundheit und flott in der Weltgeschichte unterwegs. Meine Mama würde aus der schicken zweietagigen Maisonnette lieber in ein Objekt wechseln, in dem es einen Lift oder ebenen Eingang gibt. Ich glaube die Frage ist wirklich sehr schwierig zu beantworten. Ich seleber bin in einem Mehrgenerationenhaushalt aufgewachsen und auch unser Haus wurde von drei Generationen bewohnt, weil meine Oma bis zu ihrem Tod bei uns lebte. Das empfand ich als ideale Lebensform. Wer weiß, vielleicht nimmt uns einmal eines meiner vier Kinder auf 😉 Liebe Grüße, Claudia

  2. Alexandra

    Hallo Claudia!
    Das ist ein sehr interessanter Blog den du hier geschrieben hast. Ich finde es sehr löblich dass du dich so sehr für das Wohnen der älteren Generation interessierst.
    Habe erst letztes Jahr für meine Eltern ein Wohnheim mit betreutem Wohnen suchen müssen. Da es davon ja mittlerweile jede menge gibt viel uns die Entscheidung wie du dir sicherlich denken kannst nicht alle zu leicht. Glücklicherweise hat mich dann eine gute Bekannte auf http://www.residenz-josefstadt.at/ hingewiesen, was wir uns natürlich auch sogleich angesehen haben.
    Da meine Eltern von deren Apartments begeistert waren habe wir uns umgehend darum gekümmert dass wir auch eines davon bekommen.

    liebe Grüße Alex

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Alex, diese Residenz sieht natürlich wunderbar aus, ich würde aber meinen, dass sie auf Grund der hohen Kosten eher einer kleinen Bevölkerungsschicht zugänglich ist. Es gibt auch hier in Salzburg einige derartige hochwertige Häuser. Ich denke übrigens tatsächlich, dass es nicht abwegig ist, bereits mit Mitte 50 über die zukünftige Wohnform nachzudenken. 10 Jahre sind schnell um, und nichts ist unangenehmer im Notfall nach neuen Perspektiven suchen zu müssen. Ich finde zum Beispiel Neubauprojekte mit Generationenwohnen sehr spannend. So etwas entsteht jetzt vor meiner Haustüre. Dort wird auch sozial durchmischt und soll Ghettobildung entgegenwirken. Alt und jung, kinderlos, Familien, reich und arm, alles bunt gemixt und man sollte sich in die Gemeinschaft einbringen. Zumindest ein schöner Gedanke. Liebe Grüße, Claudia

  3. Beata

    Liebe Claudia,
    meine Schwiegermutter ist 80 und mein Schwiegervater ist 91 Jahre alt. Sie wohnen im 4. Stock eines Wohnhauses ohne Fahrstuhl. Die Wohnung und das Bad (sehr klein) kann man nicht altersgerecht einrichten. Mein Schwiegervater kann nur mit Mühe Treppe steigen, es ist ein Wunder, dass er bisher nicht gestürzt ist. Wir machen uns große Sorgen um die beiden. Meine Schwiegereltern haben sich nie Gedanken darüber gemacht, wo sie im Alter wohnen werden. Mittlerweile würde mein Schwiegervater in betreutes Wohnen umziehen. Meine Schwiegermutter, die körperlich noch sehr fit ist, möchte nicht mitkommen. Ich kann sie verstehen. Ich glaube auch, dass die beiden einfach nicht wissen, wie sie einen eventuellen Umzug angehen sollen. Die heutige Welt, in der das meiste online erledigt wird, überfordert sie total. Mein Mann wird jetzt handeln müssen. Meine Eltern sind zum Glück anders und sind bereits in eine Erdgeschosswohnung umgezogen und haben sie auch entsprechend eingerichtet. Wir selbst wohnen in einem Haus, aus dem man spätestens in 10 Jahren unbedingt ausziehen soll. Das werden wir auch tun. Alte Bäume kann man verpflanzen. Es gibt genug positive Beispiele dafür.
    Lieber Gruß!
    Beata

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Beata, meine Schwiegereltern leben leider beide schon lange nicht mehr. Meine Eltern sind noch jung und sehr fit. Trotzdem möchte meine Mama über eine andere Wohngelegenheit nachdenken. Jetzt wohnen meine Eltern in einer tollen Maisonette über zwei Etagen im 3. Stock, aber in diesem Haus gibt es keinen Lift. Jetzt stellt dies kein Problem dar, aber man weiß ja nie. Ich sehe halt generell, dass viele ältere Menschen auch in viel zu großen Wohnungen oder Häusern leben. Wir eingeschlossen. Die Hälfte würde immer noch reichen. Liebe Grüße, Claudia

Leave A Comment

%d Bloggern gefällt das: