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Lifestyle / Persönliches

Für mein Kind, das auf Urlaub fuhr und jetzt einfach in der Ferne bleibt

Da öffnet man den Messenger, weil eine Mitteilung in der Familiengruppe eingetrudelt ist, und plötzlich steht die halbe Welt am Kopf. Zwei meiner vier Kinder weilen gerade seit Wochen im fernen Ausland. Der Jüngste macht Kuba unsicher und kann sich nur sporadisch melden, weil die technische Zivilisation noch nicht so richtig Einzug gehalten hat. Ich bin es schon gewöhnt oft Tage nichts zu lesen, aber es beunruhigt mich nicht wirklich.
Der Älteste ist nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres auf sehr ausgedehntem Urlaub, oder soll ich es Auszeit nennen. Voriges Jahre nahm er sich einige Monate Sabbatical und zog mit seiner Lebensgefährtin durch Mittelamerika. Tauchen war dort ein Thema, vor allem auf der kleinen Insel Utila. Im Frühsommer kamen sie retour und im November hat er nach 10 Jahren seine Tätigkeit beim Heer quittiert. Als Stabswachtmeister hat er mit einem Golden Skakehand seinen Job beendet. Vor zwei Jahren hat er nach vier anstrengenden Semestern neben seinem Job als Spätberufener die Matura abgelegt. Der Plan war vorerst seinen Vertrag zu erfüllen und heuer mit einem Studium zum Lehramt zu beginnen.

STUDIUM ODER FACHHOCHSCHULE

Sport sollte dabei sein. Ich habe heute noch sein Statement in den Ohren auf meine Frage warum er denn ausgerechnet Gymnasiallehrer im Auge habe und er meinte, an jeder Schule gäbe es einen lässigen Turnprofessor und so einer wolle eben er werden. Ja, das klang sehr cool und auch durchaus vernünftig. Dann im letzten Sommer ein Schwenk in Richtung Physiotherapie. Die Ausbildungszeit sollte durch das Stipendium durch das Bundesheer gewährleistet sein. Und die verkürzte Studienzeit von drei Jahren klang ja auch sehr durchdacht. Immerhin wird das Kind heuer 32.

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AUF NACH THAILAND

Im November war es soweit. Er löste seine Wohnung auf, verkaufte einen Teil des Mobiliars und verfrachtet persönliche Habseligkeiten und Möbel seiner Freundin in unser sehr großzügiges Gästezimmer. Oder besser gesagt, in jenes Zimmer, das davor meine jüngere Tochter bewohnte und Gästezimmer werden sollte. Geplant war nun, dass das Kind und seine Freundin bis März nach Asien gehen würden. Erster Stop Koh Tao, eine kleine Insel, von der zumindest ich noch nie etwas gehört hatte. Weiters wollte man ein wenig herumreisen und am 15. März die Rückreise antreten, um alles für die kommende Schulzeit, denn auch das Schwiegerkind plante eine Fortbildung, vorzubereiten. Ein Hund sollte ferner angeschafft und ein neues Heim gesucht werden. Auf Grund der hohen Immobilienpreise freute ich mich schon darauf, dass zumindest in den Monaten nach ihrer Rückkehr wieder ein wenig Jugend in unserem Haus einziehen würde. Ja, ich hatte erhofft, dass sich die Unterkunftssuche als sehr schwierig erweisen sollte. Ich malte mir schon lauschige Grillabende aus und schöne Gespräche, launige Fernsehabende und gemeinsames Kochen. Zahlreiche Freunde meiner Kinder würden wieder ein und ausgehen, so wie ich es über Jahrzehnte gewohnt war.

HALLO LIEBE FAMILIE

Und dann diese Mitteilung im Messenger. * Hallo liebe Familie, ich habe eine tolle Nachricht………………* Mein erster Gedanke, ich werde wieder Oma. Er erzählte aber, dass er den Divemaster gemacht hat. Keine Neuigkeit, das wusste nicht nur ich, sondern das gesamte Gesichstbuch, vulgo Facebook.. Und dass sie vorübergehend beide einen Job in der Tauchschule erhalten hätten. Auch nichts neues, das hatte er erwähnt. Dann kam der dezente Hinweis, ich möge mich bitte hinsetzen, denn sie würden im März nicht nach Österreich zurückkehren. Ein paar Gründe dafür nannte das Kind, wie den Umstand, dass er zum ersten Mal in einem Job glücklich wäre.
Ja. Durchatmen, den Mann beruhigen, klare Gedanken suchen. Wenn das nur so einfach wäre. Inzwischen folgte eine weitere Nachricht, dass man zumindest im September einen Heimaturlaub planen würde. Das klang nun nicht mehr so ganz endgültig. Aber schon die nächste Nachricht sollte mich wieder auf den Boden der momentanen Realität zurückholen. Denn da sprach das Kind dann schon von weiteren Plänen, Malediven, Indonesien und Tauchboote.

ARME MAMA, EGOISTISCHES KIND

Wieder durchatmen, die mütterliche Verzweiflung in Tränen ersticken und versuchen doch klar zu denken. *Der kommt nicht mehr wieder und lässt seinen ganzen Krempel in meinem Gästezimmer!* Das ging mir tatsächlich durch den Kopf. Undankbares Kind, egoistisches Kind, denkt nicht an seine arme Mutter! Ja, tatsächlich solche Gedanken hatten sich breit gemacht. Dann überlegte ich sofort was denn nun mit seiner Pension sein würde, wie er sich versichern sollte.
Es hat einige Stunden gedauert bis ich aus meiner Schockstarre erwacht bin und nicht nur an mich dachte, sondern an die Wünsche und Träume meines erwachsen Sohnes. Der mit knapp 32 Jahren ganz sicher weiß, was für ihn wichtig ist. Wir leben in einer total vernetzten Welt, außer Kuba, und wir können beinahe rund um den Globus kommunizieren. Man kann fast jeden Punkt dieser Erde mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, vor allem dann, wenn sich dort Tauch-Basen befinden.
Mein erstes Entsetzen und meine Traurigkeit sind verschwunden. Ich studiere lieber Anreisemöglichkeiten auf die Insel, die ich bis vor kurzem nicht kannte. Eigentlich ist das gar nicht so schlecht, wenn das Kind in Sachen Tauchen um die Welt ziehen möchte, ich kann ja dann immer hinterherreisen, vielleicht.
Benni und Alex, ihr macht das schon richtig, seid trotzdem vorsichtig und passt auf euch auf!

Wir sehen uns dann hoffentlich auf Koh Tao.

40 Comments Für mein Kind, das auf Urlaub fuhr und jetzt einfach in der Ferne bleibt

  1. Sonja Schiff

    Liebe Claudia, ich hab gelacht und geweint bei diesem Artikel. Kann Dich verstehen, obwohl ich selbst ja keine Kinder habe, kann Deinen Sohn verstehen, weil ich auch so ein Freiheitsmensch bin und war.
    Und die Art, wie Du Deine Gedanken und das Erlebte in Worte fasst, ist einfach herrlich lustig und traurig und …wunderbar. Umarmung Sonja

    1. Claudia Braunstein

      Danke Sonja für deine lieben Worte. Ich verstehe die Kinder letztlich sehr gut. sie haben keine Verpflichtungen, keine Kinder, keine Immobilien oder sonstige Dinge, die sie dazu veranlassen würden hier zu bleiben. Es gibt eigentlich nichts schöneres, als einen Job der Freude bereitet und ein freies Leben. Meine jüngere Tochter lebt in Salzburg und ich sehe sie manchmal auch ein Monat nicht. Liebe Grüße, Claudia

  2. Carolin

    Liebe Claudia, ich kann „von der anderen Seite aus“ verstehen, wie du dich fühlst. Ich habe mich im November selbstständig gemacht und auch bei meinen Eltern hatte ich das Gefühl, dass sie zuerst an Rente und Versicherungen denken, als dass sie sich für mich freuen. Aber eigentlich freuen sie sich ja. Nur war ich beim Überlegungsprozess schon weiter, hatte diese ganzen Sachen schon überdacht. Die Freude stellte sich bei ihnen erst später ein und so langsam merken sie, wie gut es mir tut.

    Und um ehrlich zu sein, ist es – auch fern von der Heimat – als Kind immer ein schöner Gedanke, wenn man weiß, dass es irgenwo ein Zuhause gibt, das auf einen wartet. Gar nicht unbedingt zum Einziehen, denn zumindest für mich ist das abgehakt. Aber zum Besuchen. Zum heimisch Fühlen und für die Familie. Nur, dass eben der Weg für deinen Großen etwas weiter ist als von Berlin nach Nordrhein-Westfalen 😉

    Liebe Grüße!

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Carolin, heute habe ich mich ohnedies schon wieder ein wenig beruhigt und ganz lange mit meinem Sohn telefoniert. Meine Mama hat diese Entwicklung schon lange kommen sehen. Ich dachte, dass ihm eine akademische Berufsausbildung wichtig sein würde, weil er ja so spät noch Matura, Abitur gemacht hat. Es ist auch nicht aus der Welt, aber im Moment möchte er diesen Weg, des sehr freien Lebens gehen. Ich verstehe das sogar sehr gut, das Wandergen hat er von mir geerbt und ich konnte mit 30 nicht so frei agieren, weil ich damals vier kleine Kinder hatte und ein mittelständisches Unternehmen, also viel Verantwortung, trotzdem bin ich viel gereist, aber eben anders. Ich studiere gerade Flüge nach Koh Samui, tja, eigentlich bin ich bis Mitte des Jahres verplant. schau ma mal 😉 Ganz liebe Grüße, Claudia

  3. Dagmar

    Lustig. Wir sind gerade quasi um die Ecke, eine Insel entfernt, auf Koh Phangan. Ich habe überlegt, meinem Ältesten ( wir haben auch 4 Kinder ) einen Tauchausflug zu spendieren. Oder lieber doch nicht???

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Dagmar, NEIN, tu es nicht, spendiere keinen Tauchkurs, du siehst ja was da rauskommt 😉 Stimmt, Koh Phangan ist echt ums Eck, winke bitte zu meinem Kind rüber, liebe Grüße, Claudia

  4. Tanjas Bunte Welt

    Oh was für eine Gefühlsachterbahn, aber wie du sagst, er ist 32 und wird wissen was er tut. Falls es schief geht, weiß er ja, dass er jederzeit zurück kann und nicht auf der Straße landet.
    Liebe Grüße

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Tanja, nein er wird sicher nicht in einem asiatischen Dschungel verschollen gehen und auf Almosen angewiesen sein. 😉 Trotzdem ist er jetzt einmal sehr weit weg. Liebe Grüße, Claudia

  5. Alicja Wiktoria

    Liebe Claudia,

    wir lesen immer die Blogs von den Weltenbummlern, die jahrelang nicht in die Heimat zurückkehren. Sind beeindruckt und auch ein bisschen neidisch. Wie es aber den Mamas dabei geht, darüber lesen wir so gut wie gar nicht. Daher danke ich Dir ganz besonders für diesen Beitrag!
    Schön, dass Du optimistisch mit der Sache umgehst. Und die Gelegenheit ergreifst, die Welt zu erkunden.
    Ich wünsche Dir dabei viel Spaß!
    Viele Grüße
    Alicja

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Alicja, das hast du gut erkannt. Die Blogleser sehen vor allem die tollen Abenteuer, dass es meist Eltern und Geschwister zu den Abentuerern gibt, sieht man kaum. Liebe Grüße, Claudia

  6. Janina (von sos-fernweh.com)

    Hallo Claudia,

    vielen Dank für diesen schönen Artikel, der mir das eine oder andere Tränchen entlockt hat. Ich glaube, ich habe meiner Mama „damals“ mit 19 auch ganz schön das Leben schwer gemacht, als ich erstmal nur die Welt entdecken wollte. Und ich hatte so gar kein Verständnis für ihre vielen Ängste, ich war eher wütend, weil ich mich so unverstanden gefühlt habe. Ich war persönlich beleidigt, wenn sie mir ein Pfefferspray in den Rucksack geschmuggelt hat. Ja denkt sie denn, ich kann nicht auf mich aufpassen, ging es mir damals durch den Kopf…

    Heute, 10 Jahre später, habe ich selbst eine vierjährige Tochter und den Hang zum Abenteuer hat sie eindeutig geerbt. Ich drehe jetzt schon durch, wenn sie wieder irgendwo hochklettert und mich dann so strafend ansieht, weil ich ihr meine Hand reichen möchte.
    Natürlich weiß ich, dass das ein ganz normaler Prozess ist. Also unterstützen wir unser Kind wo es nur geht. Ich bewundere deine Einstellung, alles positiv zu sehen und gleich nach Anreisemöglichkeiten zu gucken. Ich hoffe, ich bekomme das auch hin, wenn meine Kleine dann ebenfalls die Welt erobern möchte.

    Liebe Grüße

    Janina

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Janina, ja, das ist die andere Seite der Medaille, kaum jemand sieht, wie es, zumindest im ersten Moment, jenen geht, die zurückbleiben. Ich bin ja selber mit knapp über 16 eine Weile nach Italien entschwunden. Das waren noch dazu ganz andere Zeiten. Meine Eltern, die sehr liberal sind, haben das lange nicht gestattet und es hat sehr viel Überredung benötigt um mein Vorhaben durchzuziehen. Liebe Grüße, Claudia

  7. Monika and Petar Fuchs

    Ich kann mir die Situation sehr gut vorstellen, Claudia, habe ich doch meine Eltern und meinen – damals frisch angetrauten – Mann damit überrascht, dass ich in Kanada und Amerika (und später der ganzen Welt) arbeiten wolle. Mein Mann unterstützte mich sofort und meine Eltern schließlich ebenfalls, wenn auch erst nach den von Dir beschriebenen Überlegungen. Dadurch haben wir ein zwar ungewöhnliches, aber sehr erfülltes Leben geführt. Und dieses setzen wir heute gemeinsam fort. Ich finde toll, wie Du damit umgehst.

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Monika, letztendlich verstehe ich das Kind ja wirklich sehr gut. Ich war ja selber auch immer auf Achse und bin heute noch viel unterwegs. Liebe Grüße, bis bald, Claudia

  8. Julia

    Ohweh, ich bin noch sehr weit entfernt von diesem „empty nest“-Moment (meine Tochter ist 3 😉 ), aber fühle jetzt schon mit Dir. Auf der anderen Seite bin ich alters- und gefühlsmäßig noch gar nicht so weit weg von Deinem Sohn und kann seine Entscheidung sehr gut verstehen. Übrigens: Falls die Tauchschule, bei der er angeheurt hat, von Deutschen geführt wird (es gibt mehrere auf Koh Tao), dann war ich da sogar schon mal. Ein sehr sehr sehr schöner Ort. Lohnt definitiv einen ausgedehnten Besuch, liebe Claudia.

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Julia, ja, die Zeit vergeht viel zu schnell, wenn ich mir vorstelle, dass die Bilder von meinem Sohn im Beitrag 30 Jahre alt sind, dann ist das fast unglaublich. Mein kleiner Enkel sieht übrigens genau so aus. Der ist auch 3 Jahre alt. Liebe Grüße, Claudia

  9. Christine Nowak

    Wow… Ich bin selbst Mutter von 2 Jungs. Wenn ich mir vorstelle, dass es mir irgendwann so ergehen könnte… Furchtbar erscheint mir das im ersten Moment!
    Auf der anderen Seite ist damit bewiesen, dass du alles richtig gemacht hast, was du richtig machen musstest, um deine Kinder auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten! Schau, es gehört eine Menge Mut dazu, einen solchen Schritt zu gehen! Du bzw. ihr habt eure Kinder für solche Entscheidungen im Leben stark gemacht!
    Völlig gleich, ob dein Kind sich entschließt in die Ferne zu gehen, hierzulande eine Familie zu gründen oder oder oder…
    Deine Kinder sind soweit, sich für einen Lebensweg zu entschließen und trauen sich was zu!
    Ich wünsche dir viel Kraft, denn leicht ist es für dich gewiss nicht!
    Sei stolz auf deine Kinder und freu dich darüber, dass sie bereit sind, Neues zu erleben, eigene Wege zu gehen und die Welt erkunden können!

    Ein toller Beitrag, der mich tatsächlich sehr berührt hat!

    Beste Grüße,
    Christine von
    https://frauensache.wordpress.com

  10. Wolfgang

    Sehr interessant, welch unterschiedliche Lebensentwürfe es heutzutage doch gibt. Offensichtlich kann sich der ein oder andere aus der jungen Generation doch von dem oft beklagten Leistungsdruck befreien.

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Wolfgang, ja, im Freundeskreis meiner Kinder ist das gar nicht so unüblich. Viele von ihnen haben sich im Jahr nach der Matura auf den weg gemacht. aber mit über 30 ist es eher ungewöhnlich. Mein Sohn ist alt genug, auch wenn mein mütterliches Herz ein wenig schwer ist, ich verstehe ihn wirklich gut. Liebe Grüße, Claudia

  11. Nina

    Hallo Claudia, es freut mich für deinen Sohn, dass er sein Glück gefunden hat. Aber genauso verstehe ich dich, dass es dich auch traurig macht. Beim Lesen musste ich tatsächlich weinen, weil nur der Gedanke daran, dass mein Sohn für immer oder zumindest sehr lange Zeit so weit weg ist, mich so traurig macht. Unser Sohn ist allerdings erst drei, also hab ich wohl noch 15 Jahre Zeit mich an den Gedanken zu gewöhnen. 😉 aber da erst schon seit er geboren war mit uns rumreist, wird ihn das Wanderlust Gen wohl auch infizieren und er wird die weite auf eigene Faust kennenlernen wollen (selbst schuld, wir sollten ihm beibringen wie doof alles andere als Schleswig-Holstein ist. Und höchstens eine Tour an die Ostsee oder total verrückt an die Nordsee machen).
    Ko Tao ist übrigens wirklich sehr schön, wenn auch sehr klein. Aber man ist mit dem Boot schnell auf Ko Phangnan, Ko Samui oder dem Festland. Ich war dort 2006, während einer 15 monatigen Weltreise. Meine armen Eltern, heute kann ich nachempfinden, wieso sie so traurig und stolz zugleich waren. 🙂 und so schließt sich der Kreis 😉
    Liebe Grüße, Nina

  12. Andersreisender

    Also aus meiner Sicht kann ich nur sagen: Super! Man muss seinen Träumen nachgeben und sie verwirklichen. Das heißt ja nicht, dass es für die Ewigkeit ist. Und zum Zweiten finde ich es super, da ich vielleicht noch einen Zwischenstopp auf Koh Tao machen könnte. Am Rückweg von Malaysia nach Bagkok. Ist zwar noch ein bisschen hin und ich muss noch den weiteren Reiseverlauf abwarten, aber 1-2 nette Tauchgänge möchte ich sowieso noch machen. Vielleicht kannst Du mir bei Gelegenheit den Kontakt per PN senden. 🙂

    Und was die Anreise betrifft – das geht ratzfatz. z.B. ÖBB Salzburg – Wien Flughafen, dann weiter mit AUA nach Bangkok. Dort steigst Du in den Flughafenzug und wechselst bei Makkasan in die U-Bahn. Damit bis zum Hauptbahnhof Hua Lamphong. Du bist schon fast da. Von dort nimmst Du den Nachtzug Richtung Süden und steigst in Chumphon aus. Bus zur Fähre und auf die Insel übersetzen. 🙂

    1. Claudia Braunstein

      Das ist ja klar, dass du das befürwortest 😉 Ich schick dir ein PN bezüglich näherer Angaben. Und ich wälze weiter Reisepläne. Ich bin jetzt die kommenden Wochen viel unterwegs, mals schauen, was sich auftut. Liebe Grüße in den Osten, Claudia

  13. MrsBerry Familien- & Reiseblog

    OMG, Auslandsjahr oder gar noch länger als ein Jahr, damit muss ich mich wohl auch irgendwann noch auseinander setzen. Dabei möchte ich mein Kind (jetzt 9) noch nicht mal alleine auf Ferienfahrt lassen, wie soll ich das bloss für eine so lange Zeit packen??? Auch wenn ich unheimlich Stolz wäre, aber so lange weg … Zu Hülf … Wie kann ich mich darauf vorbereiten?

    Liebe Grüße
    Christina

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Christina, nach einem Austauschjahr kommen sie ja meist wieder zurück. Wie das aber jetzt aussieht, wird der Sohn samt Lebensgefährtin wohl auf unbestimmte Zeit wegbleiben. Das mit der Ferienfahrt verstehe ich, bei der ersten habe ich auch noch geschwitzt. Liebe Grüße, Claudia

  14. Sabine

    Liebe Claudia, mich hat dein Beitrag zum Lächeln gebracht. Ich empfinde Freude, weil du eine positive Umgehensweise mit der Situation gefunden hast. Das finde ich bewundernswert und auch genau richtig! Ich wünsche dir viele tolle Besuche deines Sohnes an traumhaften Orten dieser Welt. Herzliche Grüße Sabine

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Sabine, frü meinen Sohn finde ich das Ganze ja wirklich sehr cool. Ich habe am Wochenende auf Facebook ein Bild eines Tauchschüler gesehen, der sich bei meinem Kind herzlichst für die schönen Momente bedankt hat. Und mein Sohn hat da so glücklich ausgesehen. Ja, das ist doch das Wichtigste. Liebe Grüße, Claudia

  15. Kathi

    Liebe Claudia,
    auch ich habe bei deinem Artikel geschmunzelt und verstehe jetzt ein bisschen besser, wie sich meine Eltern wohl fühlen müssen. Ich bin gerade zwar nur ans andere Ende Deutschlands gezogen, nutze jedoch jede freie Minute eher für eine Reise, als in die Heimat zu fahren.
    Ich hoffe, dein Sohn wird glüklich auf dem Weg, den er gewählt hat und es klappt alles so, wie er es sich vorstellt. Ich finde seinen Lebensweg sehr bewundernswert und großartig, wie du damit umgehst. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Kathi, danke für deine lieben Worte. Er ist ja bereits das zweite Kind, das ausgewandert ist. Meine Tochter ist wenigstens nur 300km entfernt. Und mein Jüngster denkt ebenfalls darüber nach, Salzburg zu verlassen. Zum glück bleibt meine jüngere Tochter 😉 Liebe Grüße, Claudia

  16. Anita

    Liebe Claudia, man merkt, dass dir diese Entscheidung trotzdem nahe geht, und du es dir einfach von der Seele schreiben musstest. Es ist sicher nicht einfach zu akzeptieren, dass das eigene Kind nun am anderen Ende der Welt leben mag. Aber, wie du schreibst: mit 32 muss man den Kindern zugestehen wenn sie das Leben selbst in die Hand nehmen. Manche wählen eben den sicheren Weg mit Haus, Kind und einer guten Pensionsvorsorge. Andere leben ihren Traum. Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, dann würde ich mich genauso entscheiden wie dein Sohn. Und das liest hoffentlich nie jemand aus meiner Familie 😉

  17. Katharina

    Liebe Claudia,
    schön, dass Du die Entscheidung Deines Sohnes in der Zwischenzeit positiv sehen kannst – es gibt definitiv schlechtere Urlaubsziele… 😉 Kann aber gut nachvollziehen, dass das eine schwierige Situation ist. Ich kenne das aus der anderen Perspektive. Mein Vater hat für einige Zeit in Spanien gelebt und als er Deutschland damals verlassen hat, fand ich das auch erst einmal schwierig. Aber das wich schnell der Erkenntnis, dass ein zweites Zuhause in der Sonne durchaus Vorteile hat, und dass man die gemeinsame Zeit dafür intensiver ausnutzt als wenn man „nur um die Ecke wohnt“.
    Liebe Grüße
    Katharina

  18. Barbara

    Liebe Claudia,
    bei Deinem Beitrag geht mir so viel durch den Kopf, wahrscheinlich genau wie Dir als das passiert ist!, dass ich mich schwer tue, in Worte zu fassen, was ich empfinde. Zum einen Dankbarkeit dafür, dass Du so gut beschreibst, wie die andere Seite aussieht, wo man doch online so viele Aussteiger mit ihren Blogs findet. Auf der anderen Seite finde ich Deine Entwicklung so super, am Anfang geschockt von der Entscheidung Deines Sohnes, aber dann doch schnell dabei, das zu sortieren und auch das positive zu sehen: Du wirst nach Thailand fahren und dieses wunderschöne Land kennenlernen!

    Und etwas ganz anderes, was mir seit Jahrzehten durch den Kopf geht: Heutzutage wandern wir nicht mehr aus wie damals, vor 100 oder mehr Jahren. In Bremerhaven und sicher auch anderen Orten gibt es ein wunderbares Auswandererhaus, das die Geschichten einiger Menschen schildert, die nach Übersee sind, um sich eine Existenz aufzubauen. Meist war das ein Abschied für immer, damals war es selten möglich, noch einmal im Leben in die alte Welt zu reisen oder die Verwandtschaft zu Besuch zu empfangen. Mein Vater erzählte immer mal von seinem Urgroßvater (glaube ich, oder Großvater?), der zwei (oder drei?) seiner Kinder in den USA besucht hat, damals im 19. Jahrhundert. Das war die Ausnahme, die meisten tauschten Briefe aus, das war’s. Heute haben wir den Luxus der modernen Kommunikationsmittel (fast überall) und den Luxus, dass wir in einer Welt leben, in der wir so gut verdienen, dass wir reisen können. Ein Flug nach Thailand ist für viele erschwinglich, und per Smartphone, Video, PC bist Du eh nah dran, und Dein Sohn an Deinem Leben. Wie Du selbst schreibst, der Kontakt mit der Tochter, die im gleichen Ort lebt, ist vielleicht auch nicht häufiger. Ein weiterer Aspekt: Heute ist nichts mehr für immer. Tauchlehrer in Thailand, dann auf den Philippinen, dann auf einem Tauchschiff (also viele spannende Reiseziele für Dich in der Zukunft!), und dann wird’s vielleicht doch langweilig oder es macht mehr Sinn, Dein vielleicht zukünftiges Enkelkind doch in Österreich aufwachsen zu lassen, in ein paar Jahren… Wer weiß, wie das Leben spielt! Menschen mit solcher Lebenserfahrung außerhalb der typischen Komfortzone sind auch für unsere Gesellschaften hier eine Bereicherung, egal welcher Job sich dann mal für sie ergibt.
    Ich wünsche Euch allen, dass Ihr gut damit umgeht, dass es Deinem Sohn gut geht. Und wenn ich doch einmal meinen angefangenen Tauchkurs weiter mache bzw. neu anfange, dann habe ich jetzt schon eine Idee, wo das sein wird. 🙂
    Liebe Grüße und fühl‘ Dich gedrückt!
    Barbara

  19. Mario

    Also dann blieben nur zwei Möglichkeiten. Entweder technisch aufrüsten, so das du per Skype und Live Videos am Inselleben teilnimmst oder rechtzeitig im Voraus Flüge buchen und das Inselleben öfters erkunden.

    Ja so ist das wenn die Kinder flügge werden und in fernen Ländern plötzlich hängenbleiben… 😉

    Gruß Mario

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Mario, ich bin technisch sehr gut gerüstet, vor allem was Skype und sonstiges anbelangt, aber das kommt ja realen Treffen nie gleich. Weite Reisen sind für mich leider immer mit großem Aufwand verbunden. Gerade Asien ist mit meiner Esseinschränkung eine große Herausforderung. Aber, das wird schon werden 😉 Liebe Grüße, Claudia

  20. Nila

    Hallo Claudia 🙂
    Als Mama von 3 Kindern (die noch ein bissal jünger als deine sind) musste ich bei deinem Text hie und da kopfnickend grinsen. Meine Älteste (22) hatte bzgl. Studium auch eine Achterbahnfahrt. Angefangen in Salzburg, dann der Liebe nach Graz gewechselt und nun auch noch von Uni auf FA gewechselt. Die Jüngste schwärmt von „Flugbegleiterin“ nach Abschluss der Matura …usw….
    Und die Mittlere spricht von Auswandern in die USA.
    Ja, ich glaube, es bleibt uns Eltern gar nichts anderes übrig, als unsere Kinder in ihren Plänen zu unterstützen. Geht es ihnen gut, geht es auch uns gut. *seufz*
    Dann wird wohl dein Skype- und Whatsappaccount die nächste Zeit glühen 😉
    Breit grinsen musste ich bei deinem Satz:
    Durchatmen-> Mann beruhigen 🙂
    Oh ja. Das kenne ich auch.
    Ganz liebe Grüße und Alles Gute
    Nila

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Nila, dann kannst du dir ja ein wenig vorstellen, was auf dich zukommt. Ich habe ja vier Kinder, eine Tochter lebt in Wien. Zwei Kinder sind noch in Salzburg, wobei der Jüngste auch am Sprung ist. Irgendwie kann man sich als Eltern das gar nicht leisten 😉 Liebe Grüße, Claudia

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