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Lifestyle / Persönliches

Ich bin alt und behindert

Ich sehe schon einen großen Teil meiner Leserschaft  bezüglich des Titels *alt und behindert* die Augen  rollen.
Ich werde in wenigen Wochen 54 Jahre alt. Natürlich ist das nur eine Zahl, aber trotzdem sagt sie aus, dass ich die Hälfte meines Lebens hinter mir habe und vermutlich bald das letzte Drittel anstreben werde, sofern mir meine wiedererlangte Gesundheit hold bleiben möge. Du bist doch nicht alt! höre ich schon meine Familienmitglieder und realen Freunde sagen. Doch in vielerlei Hinsicht bin ich alt. Nicht weil ich mich so fühle, oder zumindest nur ganz, ganz selten, sondern weil die Gesellschaft mich in manchen Situationen alt macht. Aus der Arbeitswelt kennt man das schon lange, aber auch in der Bloggerszene, vornehmlich in der Lifstyleabteilung, da bin ich als Ü50 Bloggerin beinahe ein vorsintflutliches Exemplar. Auf Veranstaltungen werde ich mit unter wie ein Ausstellungsstück aus längst vergangenen Kuriositätenläden betrachtet. Der gängigen Meinung nach sind Lifestyleblogger unter 35, das ist eh schon fast alt, jung, hipp, dynamisch, weltoffen, faltenfrei, makellos und im besten Fall auch noch fettfrei, also gertenschlank. Viele dieser Eigenschaften treffen auf mich nicht mehr zu.

ZU ALT FÜR EINEN KLEINWAGEN?

Unlängst war ich auf einer wirklich interessanten Veranstaltung, bei der es um Anbahnungen von zukünftigen Kooperationen mit diversen Unternehmen ging. Sagenhafte 10 Termine hatte ich an diesem Veranstaltungstag mit möglichen Partnern, die sich mit meinen beiden Blogs bereits auseinandergesetzt haben. So möge man meinen. Zumindest einmal habe ich gehört, dass man doch eher jüngere Bloggerinnen für das Produkt andenken würde. Das Produkt war ein Kleinwagen, der preislich eher zu meiner Altersgruppe passen würde, als zu 25 Jährigen. Es war mir dann auch nicht ganz klar, warum Frauen über 50 nicht auch Kleinwagen fahren sollten. Wir Damen denken doch da eher praktischer als gleichartige Herren, die eventuell lieber flotte Sportwagen oder große Limousinen bevorzugen, um noch einmal Jugendlichkeit oder Wohlstand zu zeigen. Tja, mein Argument bezüglich des Alters hat dann doch gefruchtet, und ich werde mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt auch ab und dann Autos testen, da ich für das kommende Jahr ohnedies den Ankauf eines neuen Autos ins Auge gefasst habe.

ERFAHRUNG UND LEBENSWEISHEIT

Jedenfalls hat mich dieses Gespräch wieder einmal dazu angeregt über den Stellenwert meines Lebensalters als Bloggerin nachzudenken. Ich kann und will mich vor allem nicht mit meinen jungen Kolleginnen vergleichen. Ich biete keine Faltenfreiheit und keinen jugendlichen Esprit. Ich biete Erfahrung, Lebensweisheit, Authentizität und vor allem prall gefüllte 54 Jahre mit ganz vielen Höhen und ein paar unglaublichen Tiefen, die mich positiv, wie negativ sehr geprägt haben.
Schon bei der nächsten Gesprächspartnerin konnte ich meine neue Definition an die Frau bringen. Auf die Bitte ich möge doch in einem kurzen, knackigen Satz meine ganz speziellen Besonderheiten und Merkmal beschreiben, und weshalb gerade ich als Partnerin in Frage käme, entwich mir eher ungeplant der Satz *Ich bin alt und behindert* . So viel Ehrlichkeit rief erst Sprachlosigkeit und Erstauen hervor, führte aber letztlich zu einem sehr konstruktiven Gespräch. In diesem Fall ging es im weiten Sinn um Hotels, Wellness und Gesundheit der sehr gehobenen Klasse.
Auch wenn ich im realen Leben niemals sagen würde, dass ich alt bin, so spielt dieses Attribut in meinem Bloggerleben  eine große Rolle. Viele Kooperationen entstehen tatsächlich auf Grund meines fortgeschrittenen Alters. Und nein, dabei handelt es sich nicht um Seniorenresidenzen, Inkontinenzprodukte, Rollatoren oder Bestattungsunternehmen, all das schwemmt es mir regelmäßig in meine Facebook-Timeline. Es sind vornehmlich Anfragen die genau zu mir und zu meiner Altersgruppe passen. Schöne Hotels, sehr gute Restaurants und tolle Reisen. Allein im Bereich Fashion mangelt es wirklich an ernst zu nehmenden Anfragen. Nicht nur, dass diese kaum vorhanden sind, sondern dann auch einfach nicht passend. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Mode nur ein kleiner Teil am Blog ist.

ICH BIN BEHINDERT

Achja, *ich bin behindert*, diese Aussage mag für viele Menschen verstörend wirken, vor allem wenn man sie sehr selbstbewusst tätigt. Meine Behinderungen, egal ob sicht- oder hörbar, oder nur für mich als Einschränkung bemerkbar, gehören zu mir und sind auch nicht weg zu leugnen. Ich habe bewusst den Weg gewählt, offen darüber zu sprechen, weil es mir tatsächlich mein Leben erleichtert. Dass mein sexy Sprachfehler inzwischen eine Art Markenzeichen ist, stört mich nicht sonderlich, ist aber ein ganz großer Wiedererkennungsfaktor im realen Leben. Auf den Blogs erkennt man ihn maximal in Videos, und davon gibt es ja nicht viele.

Meine Essbehinderung ist für  Gastronomen inzwischen ein sehr interessantes Thema und es gibt auch Unternehmen aus der Lebensmittelbranche die wegen meiner Dysphagie mit mir kooperieren.

Fotokollage Claudia Braunstein

Nicht alles was auf den ersten Augenblick abwertend und negativ wirkt, muss auch tatsächlich so sein. Alt und behindert sind keine Attribute die man sich mit Begeisterung aussucht, man kann aber trotzdem Wege finden, viel Positives daraus zu gewinnen. Ich weiß von einem nicht geringen Teil meiner Leserschaft, wie wichtig mein offener Umgang mit diesen Themen für andere Betroffene ist.

28 Comments Ich bin alt und behindert

  1. Tanjas Bunte Welt

    Hallo Claudia
    Ich kann mir denken, was für eine Veranstaltung das war. In Salzburg gell okay, dann gehöre ich auch zu den alten Bloggern, bin über 35 gg was solls, andere reden lassen, nicken und Lächeln. Krone richten und weiter geht es. Ich finde es erfrischend, dass du so offen mit deiner Einschränkung umgehst. Ich kenne den Satz, ich bin behindert, leider nur arbeitstechnisch und weiß immer sofort, gut der Bewerber will gar nicht arbeiten, was sich dann im Laufe des Gesprächs auch so bewahrheitet, leider
    Liebe Grüße

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Tanja, jaja, du bist ja auch so uralt, also noch nicht ganz. Ich spiele tatsächlich mit meinem Alter und es ist erstaunlich wie positiv man dann letztlich dann doch darauf reagiert. Ich lasse die anderen nur dann reden, wenn es ohnedies nicht interessant ist. Oft ist es so, dass meine Altersgruppe einfach nicht präsent ist. Ich bin überzeugt, dass es in zwei oder drei Jahren eine Unzahl an vorwiegend weiblichen Bloggerinnen über 40 und auch 50 geben wird. Viele Frauen in meinem Alter trauen sich das übrigens einfach nicht zu, weil wir nicht mit dem Internet aufgewachsen sind.
      Ich habe sehr lange gebraucht um das Wort behindert für mich zu verwenden. Es war nicht der Zustand, sondern die teils negative Aussage des Bergriffes.
      Schönen Sonntag, Claudia

  2. Monika Fuchs

    Das muss ich auch mal ausprobieren, Claudia. Bei der Veranstaltung waren wir beide, oder? Ich gebe Dir Recht, dass bei vielen die Message der Authentizität in der Berichterstattung noch nicht angekommen ist. Da spielt noch immer Werbesprech und Bebilderung der alten Art die entscheidende Rolle, auch wenn Blogger unter 30 und deren Zielgruppe sich nur in den seltensten Fällen besagte Autos leisten können.

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Monika, ich muss sagen, dass ich größtenteils sehr positive Reaktionen erhalte. Auch die besagte Veranstaltung war für mich sehr positiv und ich finde vor allem das Format sehr witzig. Vor Ort kann man nämlich genau solche Fragen und Missverständnisse gut aufklären. Schriftlich ist das wesentlich schwieriger. Gerade bei Reisen der gehobenen Kategorie frage ich mich, warum man manchmal junge Mädels, die zwar sehr große Reichweiten haben, aber oft nicht einmal mit Messer und Gabel essen können auswählt. Die haben trotz Reichweite kaum das passende Publikum. Im Großen beklage ich mich sicher nicht. Es ist wirklich so, dass Alter und Behinderung in meinem Fall ein Vorteil sind und von vielen wertschätzend behandelt wird. Liebe Grüße auch an deinen Mann, Claudia

  3. evelyne w.

    genau. ich bin so jemand, für den dein offener umgang mit den dir zugewiesenen attributen – und ihren ursachen – sehr wichtig ist.
    das mit dem alter, da musste ich einfach grinsen. könntest du doch meine tochter sein …
    bei mir ist es so, dass ich so erfreulich oft nach lesungen zu hören bekomme: wenn ich so alt bin, möchte ich sein wie sie. na also. ich bin so wie ich. ich muss es mir nicht wünschen 😉

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Evelyne, ich habe so einen Feger wie dich als Mama, also habe ich rosige Zukunftsaussichten, was meine Gene anbelangt. Meine selige Omi, war mit knapp 90 noch immer flott unterwegs und geistig wie eine 37 jährige. Ich glaube nach wie vor, das Ehrlichkeit ein guter Weg im Leben ist, auch wenn das manche Menschen nicht so goutieren. LG Claudia

  4. Sonja Schiff

    ich bin froh, dass ich mich entschieden habe meinen blog werbe- und kooperationsfrei zu halten. da muss ich mir keine gedanken darüber machen wie und ob ich in der werbeindustirie noch einen „marktwert“ habe 🙂 da ich werbung sowieso nicht mag, war diese entscheidung eine wohltat! dich aber bewundere ich für deinen elan und deinen kampfgeist! lieben gruß!

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Sonja, als ich vor über vier Jahren meinen Foodblog startete war Monetarisierung und vor allem Lifestyle so weit weg, wie eine Weltreise mit einem Luxusdampfer. Ich hatte nicht einmal einen Gedanken daran, dass man mit Blogs Geld verdienen könnte. 95% meiner Kooperationen kommen auf Grund von Anfragen von Unternehmen an mich zu Stande. Die fragen dann tatsächlich wegen meines Alters und teils wegen der Esseinschränkung an. Oder weil sie mich einfach nett ( ja sowas gibts tatsächlich 😉 ) und authentisch finden. Ich werde übrigens kaum bis gar nicht nach Reichweiten gefragt. Offenbar gibt es genug Unternehmen die Inhalte und die Bloggerin dahinter schätzen. Ich finde es durchaus interessant, dass mein Alter und meine Behinderung tatsächlich einen Marktwert darstellen , auch wenn man beides manchmal erklären muss. Darin sehe ich auch meine Stärke, auf Dinge hinweisen, die ganz gerne einfach negiert werden. Ich bin froh, dass ich diesen Weg beschritten habe, ich würde ohne meine Blogs nicht soviel in der Welt herumkommen und ich nehme auch nur Angebote an, die zu 100% zu mir passen. Lg und ein Kaffee wäre mal fällig 😉 Claudia

  5. Bettina Sturm

    Liebe Claudia,
    für mich bist du ein sehr herzliche, liebenswerte, sehr ehrliche Persönlichkeit. Ich schätze dich sehr dafür, dass du auch nach aussen, auf deinemBlog, auf Veranstaltungen etc., genau du bist. Und freue mich sehr für dich, dass Kooperationspartner, das jetzt auch verstehen. Und dann freue ich mich, wenn du mir Reisen, Autos und mehr in deinem Blog präsentierst. Das ist für mich viel glaubhafter, als Mitglied der Gruppe „kurz vor 50“.
    Alles Liebe, Bettina

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Betinna, ja es ist mir wichtig einfach ich zu bleiben. Ich bin aus dem Alter heraußen mich verbiegen zu müssen, habe ich ohnedies eigentlich nie gemacht. Liebe Grüße, Claudia

  6. Bettina

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich blogge erst seit ein paar Wochen. Wo es damit hin gehen soll und ob überhaupt, weiß ich noch nicht, aber was ich tatsächlich jetzt schon feststelle, ist, wie uralt ich (49,5 Jahre) als Bloggerin bin. Auch wenn ich nicht die jungen Themen bediene wie Mode oder Beauty.

    Ich werde dir alter Frau (vielmehr deinem Blog) mal folgen

    weiterhin viel Erfolg
    Bettina aus Berlin

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Bettina, schön, dass du her gefunden hast. Ich blogge schon seit über vier Jahren über Food in einer ganz besonderen Nische und daraus hat sich dann vor über einen Jahr dieser zweite Blog entwickelt. Ursprünglich wollte ich hier nur über meine Reisen, die ich mit unter auch mit meinem Foodblog mache, berichten. Und irgendwie hat sich das in den vergangenen Monaten ganz anders entwickelt. Ich finde es gut, dass auch Frauen in einem fortgeschrittenen Alter zu bloggen beginnen. Nur Mut, es macht unglaublich viel Spaß. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

  7. dieschattentaucherin

    Liebe Claudia,

    ich hätte nicht gedacht, dass Ü50 Bloggerinnen etwas Besonderes sind – vielleicht spielt hier auch das Thema des Blogs eine Rolle?

    Wie auch immer: Ich schätze es sehr, wenn Menschen zu ihrem Alter, vor allem aber auch zu ihren Besonderheiten, Krankheiten, Behinderungen, Schwächen stehen. Gerne mehr davon!

    Beste Grüße

    Iris

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Iris, Ü50 ist genauso besonders oder nicht besonders wie Frauen mit 20, 30 oder 40. Der Unterschied ist schlicht, dass man jeweils sehr verschiedene Lesergruppen anspricht. Auch wenn sich oft jüngere Menschen beiderlei Geschlechts auf meinen Blog verirren, so ist die Stammleserschaft über 40. Bei einem Foodblog ist es ziemlich egal, wie alt man ist und selbst dort erreiche ich hauptsächlich ältere Menschen, weil ich Rezepte für Leser mit Kau- und Schluckstörungen schreibe. Ich gehe mit meiner Behinderung und meiner überstandenen Krebserkrankung vor allem deshalb so offen um, weil ich mich dadurch im echten Leben auch schütze, darum schreibe ich auch darüber, nicht immer, aber doch. Liebe Grüße, Claudia

  8. Martina

    Liebe Claudia, wie schön Du es wieder auf den Punkt gebracht hast. Ja, in unserer heutigen Gesellschaft sind wir Frauen mit 50 ALT – die Männer sind REIF – oft wird übersehen, dass sie dick und bewegungsfaul werden. Aber das ist heute nicht das Thema. Ich habe wohl nicht viel versäumt, bei der besagten Veranstaltung in Salzburg.
    Als Fashionbloggerin Ü50 sind die Kooperationsanfragen in Sachen Mode mehr als fraglich. Der Handel hat immer noch nicht erkannt, wer wirklich konsumfreudig und qualitätsbewusst ist – sicherlich nicht die Kundin um die 20.
    Aber wir bleiben dran – vielleicht wird es irgendwann eine tolles LABEL geben, was erkennt, was in uns Ladies 50plus so alles steckt. Und vor allem, sind wir die, die wiederkommen, wenn wir zufrieden sind.
    Dein Slogan ist wirklich sehr gut – Du hast vollkommen Recht damit. Und dass es zu Verwunderung führt, kann ich mir gut vorstellen. Wir sprechen die Wahrheiten aus – ja, auch ich bin nicht faltenfrei. Wahrscheinlich bekomme ich deshalb in letzter Zeit so viele Kooperationsanfragen im Beautybereich 🙂
    Liebe Claudia, danke Dir für den tollen Beitrag.
    Herzlichst Martina

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Martina, ich mag übrigens das Wort im Zusammenhang mit reif überhaupt nicht, ich bin weder ein Käse noch ein Rotwein. 😉 Die Veranstaltung war für mich erfolgreich, eben, weil ich nicht auf den Mund gefallen bin und meine scheinbaren Makel als Vorteil hervorstreiche. Ich frage ja eigentlich nie Firmen an, aber Angebot für Fashion habe ich bis dato auch noch kein ernst zu nehmendes erhalten. Was kommt, das kommt. Und wenn nix kommt, wird es seinen Grund haben. Dir ganz liebe Grüße nach München, hoffentlich bis bald, Claudia

  9. Kathrin

    Ein wundervoller Artikel!

    Ich sehe dich eher als Vorreiterin, denn in ein paar Jahren wird es einige 40-, 50-jährige Blogger geben. Und auch die 40- bis 50-jährigen Leser werden etwas mit Blogs anfangen können, was heute ja noch nicht immer so ist.

    In jedem Fall sind mir Ehrlichkeit, Authentizität und Diverstität wichtiger, als immer wieder die gleichen Fotos mit den gleichen Typen zu sehen.

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Kathrin, im Bereich 40 plus gibt es einige sehr schöne deutschsprachige Blogs. Ü50 kenne ich ganz wenige, was aber nicht heißt, dass es nicht mehr gibt. Ich bin mir auch ganz sicher, dass es in den kommenden Monaten , maximal 2 Jahren eine ordentlichen Zuwachsrate geben wird. Danke für deine netten Komplimente. Liebe Grüße, Claudia

  10. Holger

    So liebe Claudia, jetzt möchte ich mich mal als »Quotenmann« in die Riege der Kommentatorinnen einreihen. Ich selbst bin ebenfalls Blogger und in diesem Jahr 50 geworden. Zusammen mit meinem Mann betreibe ich zwei Blogs die sich auch mit Lifestyle-Themen wie Reisen und Fotografie, aber auch mit Technik und Produkttests beschäftigen. Auch wir sehen um uns herum fast nur jüngeren Blogger und Youtuber, die durch ihren (meist gekünstelten) Witz und sicher auch oft durch ihren Aussehen Leser- und Zuschauer-Zahlen haben, von denen wir nur träumen können. Aber gerade mit unserem Technik-Blog werden wir mittlerweile vermehrt von Kooperationspartnern angeschrieben, die eben lieber uns als Partner haben, da wir eine ganz andere Zielgruppe ansprechen und auch Kontinuität mitbringen, auch wenn unserer Reichweite (nach der wir übrigens auch ganz selten gefragt werden) nicht ganz so groß ist wie die der jungen Blogger. Mit unserem noch ganz frischen Reiseblog bemerken wir gerade Ähnliches.

    Deshalb kann ich dir und deinem Beitrag einfach nur zustimmen. Ich lese sehr gerne bei dir, auch wenn nicht alles in meinen Themencluster passt. Aber du schreibst einfach so erfrischend ehrlich, das ich auch da, einfach hängen bleibe. Weiter so!

    Auch ja, was ist das denn nun für eine Veranstaltung in Salzburg gewesen? Klingt zumindest interessant.

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Holger, wie schön, ein Mann der nicht nur liest, sondern auch kommentiert. Ja, es gibt tatsächlich eine größere männliche Gefolgschaft, die liest so ziemlich alles, bis auf die Fashionposts. Irgendwie verständlich.
      Bei der erwähnten Veranstaltung handelte es sich um ein Speeddating für Blogger. Ein Format, das ich nun schon einige Male auf verschiedenen Veranstaltungen besucht habe und das ich als Kennenlern-Möglichkeit sehr schätze. Bei diesem Event waren wirklich interessante, kompetente Partner und die Kommunikation während und nach der Veranstaltung verlief wunderbar. Ich fand das auch gar nicht unprofessionell, das mich die Dame bezüglich meines Alters ansprach, man war eben auf junge Frauen fixiert. Ich glaube überhaupt, dass es sehr wichtig ist als Blogger auch real greifbar zu sein, egal ob bei möglichen Partnern oder anderen Bloggern. Selbst reale Treffen mit Lesern finde ich immer grandios. Hier in Salzburg passiert mir das tatsächlich, dass mich Menschen auf der Straße fragen, ob ich die Frau Geschmeidige Köstlichkeiten bin. So heißt mein Foodblog. Da weiß ich dann, dass ich auch tatsächlich gelesen werde, das ist wirklich schön. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

        1. Claudia Braunstein

          Hallo Holger, ich finde dieses Format wirklich sehr spannend. Im Vorfeld können sich Unternehmer und Blogger in eine Wunschliste eintragen, da wird dann schon abgestimmt, wer tatsächlich aufeinander trifft. Beim *Date* hat man dann ca. 7 Minten Zeit um sich gegenseitig zu erklären, weshalb man zusammenarbeiten könnte. Danach wird sondiert und in vielen Fällen kommt es dann tatsächlich auch zu Kooperationen. So ist zumindest meine Erfahrung. Ich finde reale Treffen einfach sehr authentisch. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

  11. Sylvia

    Berufsbedingt lese ich jeden Tag mehrere Blogbeiträge, so gut unterhalten fühlte ich mich schon lange nicht mehr. Vielleicht deshalb, weil ich selbst bald 47 werde und nicht mehr zu den überschminkten möchtegern Kardashians gehöre 😉 Ein gutes Make-up ist oft wichtig und die neuen Schuhtrends schaue ich mir auch immer wieder gern an – es gibt aber Wichtigeres im Leben. Du hast das Thema so erfrischend und unverblümt beschrieben – das gefällt mir ausgesprochen gut. Ach ja … ich bin alt und dick 😉

    1. Claudia Braunstein

      Liebe Sylvia, jössas, Kardashians, da frage ich mich wirklich oft, was haben die wirklich zu bieten. Die kommen einem ja unweigerlich ständig unter, auch wenn man keine einschlägigen Seiten oder Printmedien liest. Erschreckend übrigens, wie die kleinen Kinder da schon ins Rampenlicht gezerrt werden. Ich danke dir für das nette Feedback, und ich sehe schon ich werde jetzt Trendsetterin für provokante Selbstbeschreibungen 😉 Alt und dick finde ich ziemlich ehrlich, wenn es denn auch so sein sollte. Ganz liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

      1. Sylvia

        Na ja … wenn man keine Kleidergröße 34-36 trägt, ist man ja in den Augen der Medien schon dick, nicht wahr? 🙂 XXL Models (eigentlich eine Frechheit, diese Bezeichnung), Plus-Size-Models … PLUS zu was? Ab wann beginnt dann MINUS? Du hast recht, es ist nicht ganz einfach als Bloggerin ab 40 Sponsoren zu gewinnen, die Leser sind aber da und sie leben, konsumieren, sind aktiv und nehmen an allem bewusster, nachhaltiger Teil, was für ein Wunder 😀

        1. Claudia Braunstein

          Hallo Sylvia, ich bin zumindest nicht zu dick, denn ich trage immer noch Konfektionsgröße 36. Der Preis dafür ist allerdings sehr hoch, denn dass ich immer noch so schlank bin, hängt mit meiner Ernährungsstörung zusammen. Ich kann ja vieles nicht mehr essen. Keine Nudeln, keinen Reis. Fleisch fast unmöglich. Interessant, dass du Plus-Size und XXL so negativ bewertest, ich fand Übergrößen als Begriff ganz schrecklich. Minus ist übrigens ZERO, in unseren Breitengraden sehr schwer zu finden, ich hab kurzfristig in der Kinderabteilung meine Hosen gekauft. Im Grunde sollte man gar keine Kategorien einteilen. Andererseits enstehen dadurch Nischen, und man kann sich auf das Thema konzentrieren. Ein Gedanke, den man durchaus weiterspinnen kann. Herzliche Grüße, Claudia

  12. Blumenfrau

    Ein wunderbarer Artikel, der manch einer Bloggerin wohl aus dem Herzen spricht. Da ich noch nicht so lange blogge, gab es bei mir noch nicht so viele Anfragen. Aber ich bin auch jenseits der 45 und bin auch als behindert eingestuft. Da ich aber meinen BLoggerarbeit ohne besondere Einschränkungen tun kann sehe ich darin wirklich kein Problem. Das Alter kann doch auch sehr viele Vorteile bringen, wenn man nur an die vielen Erfahrungen denkt, die man schon gemacht hat und auch die Ruhe und Gelassenheit, die so oft mit im Spiel ist, wenn das Alter stimmig ist. Ich würde uns einfach nur als gut ausgereift mit leichten shabby chic bezeichnen und schon sind wir doch up to date. Danke für den tollen Post. LG Marion

    1. Claudia Braunstein

      Hallo Marion, ich war jetzt auf deinem Blog stöbern. Sehr stimmungsvoll und so schöne Bilder. Ich blogge schon über vier Jahre, meine eigentliche Herzensangelegenheit ist mein Foodblog, auf dem ich aus eigener Betroffenheit Rezepte für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen vorstelle. So bin ich letztlich in der Lifestyleecke gelandet. Es bestehen so große Unterschiede zwischen diesen beiden Kategorien, nicht nur was die Protagonisten anbelangt. Und das Interesse von Agenturen und Unternehmen ist für Lifstyler naturgemäß viel größrer, weil das Angebot auf den Blogs viel breiter gestreut ist. Ich hätte mir vor zwei Jahren nicht wirklich vorstellen können, dass ich jemals eine derartige Seite wie claudiaontour betreiben würde. Und jetzt macht mir das so unglaublich viel Freude und Spaß. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

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